Herzmuskelentzündung bei Kindern häufig |

Bis zum 15. Lebensjahr hat etwa jedes zehnte Kind eine Herzmuskelentzündung durchgemacht. Diese verläuft in 80 bis 90 Prozent der Fälle mild und wird unter Umständen gar nicht bemerkt. Etwa 3500 Kinder und Jugendliche erkranken pro Jahr in Deutschland allerdings so schwer, dass sie stationär behandelt werden müssen. Eltern sollten daher über Anzeichen einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) Bescheid wissen, mahnt die Deutsche Herzstiftung in einer Pressemitteilung. Sie informiert in einem neuen Ratgeber über die Myokarditis, der telefonisch oder per E-Mail kostenlos bestellt werden kann.
Eine Herzmuskelentzündung entsteht, wenn bei einem Virusinfekt der Atemwege oder des Verdauungstrakts die Erreger auch den Herzmuskel befallen. Das ist bei etwa 5 bis 10 Prozent aller Virusinfektionen der Fall. Meist verläuft eine Myokarditis subklinisch und heilt ohne Behandlung komplett aus. Es kann aber auch zu schweren Verläufen kommen mit Herzschwäche, Atemnot und Herzrhythmusstörungen bis hin zum plötzlichen Herztod.
Eine Myokarditis wird etwa in jedem dritten Fall chronisch. Dann bildet sich Narbengewebe im Herzmuskel und es kann in der Folge zu Herzrhythmusstörungen und einer eingeschränkten Pumpleistung kommen. Um das zu vermeiden, müssen Patienten mit einer akuten Infektion sich körperlich schonen. Auch nach einer überstandenen Myokarditis ist für sie Sport mindestens sechs Wochen lang tabu. (am)
Der Ratgeber «Herzmuskelentzündung – eine oft unterschätzte Erkrankung des Herzens» kann bei der Deutschen Herzstiftung telefonisch (069 – 955 128 400) oder per E-Mail (bestellung(at)herzstiftung.de) angefordert werden.
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04.08.2016 l PZ
Foto: Fotolia/Gina Sanders