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Zika in Deutschland: Bislang 26 Infektionen

 

In Deutschland sind seit Oktober vergangenen Jahres 26 Infektionen mit dem Zika-Virus erfasst worden. Schwangere seien nach bisherigen Erkenntnissen nicht darunter, sagte eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts heute in Berlin. Auch Übertragungen durch Geschlechtsverkehr seien nicht bekannt. Diese Informationen würden aber auch nicht notwendigerweise übermittelt. Unklar sei darüber hinaus, ob weitere Fälle vorkamen. Für Zika-Infektionen gibt es keine Meldepflicht.

 

Das Zika-Virus kursiert derzeit vor allem in Brasilien und anderen lateinamerikanischen Ländern. Mehrfach wurden Infektionen von Reisenden nach Europa eingeschleppt. Das Virus steht im Verdacht, bei Schwangeren Fehlbildungen des Ungeborenen zu verursachen. Zudem wird das sogenannte Guillain-Barré-Syndrom (GBS) mit dem Erreger in Verbindung gebracht, das lebensbedrohliche Lähmungen und oft auch Langzeitfolgen zur Folge hat.

 

Die weitaus meisten Zika-Infektionen sind aber mit keinerlei oder nur geringen, grippeähnlichen Symptomen verbunden. Einen Impfstoff gibt es bislang nicht. Der tropische Erreger wird vor allem durch die Moskitoart Aedes aegypti übertragen. Jedoch wurde nach Amerika nun auch in Frankreich die erste Zika-Infektion nachgewiesen, die durch ungeschützten Sex übertragen wurde. Eine Frau habe sich bei ihrem aus Brasilien zurückgekehrten Lebensgefährten angesteckt, bestätigte Frankreichs Gesundheitsministerin Marisol Touraine der Nachrichtenagentur AFP. Der Infizierten, die nicht schwanger sei, gehe es gut.

 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) riet kürzlich Touristen, mindestens vier Wochen lang nach ihrer Rückkehr aus Zika-Gebieten nur geschützten Sex zu haben oder abstinent zu bleiben. Schwangere und Bewohner aus gefährdeten Gegenden sollten diese Regeln generell befolgen. 

 

01.03.2016 l PZ/dpa

Foto: Fotolia/Schwier