Cobimetinib: Nutzen mit Nebenwirkungen |

Das Krebsmittel Cobimetinib (Cotellic®), das seit Ende 2015 in Kombination mit Vemurafenib zur Behandlung von bestimmten Patienten mit schwarzem Hautkrebs eingesetzt werden darf, hat vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ein durchwachsenes Zeugnis erhalten. Der neue Wirkstoff kann zwar laut IQWiG das Leben betroffener Patienten verlängern. Dem gegenüber steht jedoch, dass bestimmte Nebenwirkungen unter der Kombitherapie häufiger auftreten als unter einer Monotherapie mit Vemurafenib. Die negativen Effekte wögen die positiven fast, wenn auch nicht ganz auf, sodass unter dem Strich lediglich ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen bleibe, so das IQWiG in seiner Dossierbewertung im Rahmen der frühen Nutzenbewertung.
Sowohl Vemurafenib als auch Cobimetinib hemmen den MAPK-Signalweg, Vemurafenib die mutierte BRAF-V600-Kinase und Cobimetinib die nachgeschaltete MEK1- beziehungsweise MEK2. Voraussetzung für die Therapie ist daher auch der Nachweis entsprechender Mutationen. Die von Hersteller Roche eingereichte coBRIM-Studie, die auch für die Zulassung ausschlaggebend war, zeigt, dass die doppelte Hemmung des Signalwegs der einfachen überlegen ist: Im Kombinationsarm überlebten die Teilnehmer signifikant länger als unter Vemurafenib allein. Auch dass die Nebenwirkungen Neubildungen, Alopezie und Hyperkeratose unter der Kombination seltener auftraten und Patienten unter 65 Jahre weniger Schmerzen hatten, schlägt laut IQWiG positiv zu Buche. Allerdings waren Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen, seröse Retinopathie und bei bestimmten Metastasierungsstadien auch Lichtempfindlichkeit im Kombinationsarm häufiger.
Über das Ausmaß des Zusatznutzens entscheidet abschließend der Gemeinsame Bundesausschuss. Vorher kann der Hersteller noch in einem Stellungnahmeverfahren den Versuch unternehmen, diese Entscheidung in seinem Sinne zu beeinflussen. (am)
15.03.2016 l PZ
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