Erstes Halbjahr 2015: Umsatz in Apotheken steigt |

Der Umsatz im deutschen Apothekenmarkt hat im ersten Halbjahr 2015 zugelegt und erstmals 15 Milliarden Euro überstiegen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Plus von 3,4 Prozent, wie aus Zahlen des Informationsdienstleister Insight Health hervorgeht. Zugleich ist der Anteil rezeptpflichtiger Arzneimittel erneut leicht gewachsen und lag bei 83,1 Prozent.
Insight Health hat verschiedene Entwicklungen im Apothekenmarkt herausgegriffen und mit der Situation im Jahr 2011 verglichen. Der Umsatz mit systemischen Antiinfektiva hat sich demnach seither nahezu verdoppelt. Hatten Apotheken im ersten Halbjahr 2011 noch 980.000 Euro mit diesen Präparaten umgesetzt, waren es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits 1,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem stolzen Anteil von 12 Prozent am Gesamtmarkt.
Hintergrund dieser Entwicklung sind Insight Health zufolge vor allem Erfolge in der Hepatitis-C-Forschung. So sind in den vergangen Jahren eine Reihe bedeutender Präparate in diesem Segment auf den Markt gekommen, darunter das als 1000-Dollar-Pille bekannte Sovaldi® (Sofosbuvir). Diese Fortschritte machen sich auch im Bereich der Virustatika außer HIV bemerkbar. Mit entsprechenden Arzneimitteln setzten Apotheker im ersten Halbjahr 2015 727 Millionen Euro um – mehr als dreimal so viel wie im Vergleichszeitraum 2011.
Deutliche Umsatzrückgänge gab es hingegen im kardiovaskulären Bereich. Seit 2011 sind in diesem Segment zahlreiche Patente ausgelaufen, der generikafähige Markt ist von 42 auf 62 Prozent gewachsen. Lag der Umsatz im ersten Halbjahr 2011 noch bei 1,56 Milliarden Euro, waren es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nur noch 1,2 Milliarden Euro. Der Anteil am Gesamtmarkt schrumpfte von mehr als 12 auf 8 Prozent. Für seine Berechnungen hat Insight Health Einkaufsdaten von Apotheken ausgewertet, die Zahlen basieren dabei jeweils auf den Abgabepreisen der Hersteller. (sch)
12.08.2015 l PZ
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