Krebsfrüherkennung: PAP-Abstrich in der Zyklusmitte |

Die Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs sollte am besten in der Mitte des weiblichen Zyklus stattfinden. In dieser Zeit sind die Abstriche vom Gebärmutterhals bei der Betrachtung unter dem Mikroskop besonders gut zu beurteilen und dadurch steige die Aussagekraft des Pap-Tests, erklärt der Berufsverband der Frauenärzte in einer Pressemeldung. Der Grund: In der Zyklusmitte sind keine größeren Beimengungen von Blutzellen im Abstrich zu erwarten. Außerdem ist die Schleimhaut hoch aufgebaut und die gewonnenen Zellen sind aufgrund der Estrogen-Einwirkung in der ersten Zyklushälfte detaillierter zu erkennen.
Frauen ab 20 Jahren können sich einmal jährlich auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen bei einem Gynäkologen auf Gebärmutterhalskrebs und dessen Krebsvorstufen untersuchen lassen. Beim sogenannten Pap-Test (benannt nach dem Arzt und Anatomen George N. Papanicolaou) werden oberflächliche Zellen vom Muttermund und dem Gebärmutterhalskanal abgestrichen und anschließend im Labor auf Veränderungen überprüft und klassifiziert. Auffälligkeiten werden entweder in einem verkürzten Zeitintervall durch eine erneute Abstrich-Untersuchung überprüft oder direkt weiter abgeklärt.
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkrankten in Deutschland 2011 etwa 4700 Frauen am Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom), rund 1600 starben daran. Das mittlere Erkrankungsalter beim invasiven Karzinom beträgt 53 Jahre, beim in-situ-Karzinom 34 Jahre. Dem Zervixkarzinom liegt in den meisten Fällen eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) zugrunde. (bmg)
27.05.2015 l PZ
Foto: DAK/Wigger