Diabetes: IQWiG urteilt über Zusatznutzen von Dulaglutid |

In der Kombination mit einem kurz wirksamen Insulin, mit oder ohne Metformin, gibt es einen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen des lang wirksamen GLP-1-Agonisten Dulaglutid (Trulicity®). Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), das das Antidiabetikum im Rahmen der AMNOG-Nutzenbewertung unter die Lupe genommen hat. Für den Vergleich zwischen Dulaglutid plus Insulin (mit oder ohne ein orales Antidiabetikum) und Metformin plus Humaninsulin habe der Hersteller Daten aus der Studie AWARD-4 vorgelegt, in der kurz wirksames Insulin mit Dulaglutid kombiniert wurde. Hier hätten sich positive wie negative Effekte ergeben. Jedoch fallen dem IQWiG zufolge die negativen Effekte wie Übelkeit oder Erbrechen alle in die Endpunktkategorie der nicht schwerwiegenden und nicht schweren Ereignisse. Sie stellen den positiven Effekt bei den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen daher nicht gänzlich infrage, schwächen ihn aber ab, so das IQWiG.
Schlechtere Noten für Dulaglutid gab es im Hinblick auf andere Untersuchungsfelder: Für die Kombination mit lang wirksamem Insulin, für die Monotherapie und für die Kombination mit einem oder zwei oralen Antidiabetika ist ein Zusatznutzen von Dulaglutid gegenüber der jeweiligen zweckmäßigen Vergleichstherapie laut IQWiG nicht belegt. Nach der nun erfolgten Publikation der Dossierbewertung führt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) als nächstes ein Stellungnahmeverfahren durch und fasst abschließend einen Beschluss über das Ausmaß des Zusatznutzens. (ss)
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Wirkstoffprofil Dulaglutid|Trulicity®|12|2015 in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe
05.05.2015 l PZ
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