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Nivolumab: Neuer Antikörper gegen Hautkrebs

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Nivolumab (Opdivo® von Bristol-Myers-Squibb) wird vermutlich bald der erste in Europa verfügbare PD-1-Antagonist zur Behandlung von Patienten mit malignem Melanom sein. PD-1 steht für Programmed Death 1, ein Rezeptorprotein, das nach Aktivierung durch die Liganden PD L1 und PD L2 die durch T-Zellen vermittelte, gegen den Krebs gerichtete Immunantwort hemmt. Nivolumab blockiert den Rezeptor und sorgt so für eine Aktivierung des Immunsystems gegen die Melanom-Zellen. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur EMA sprach ihm jetzt eine Zulassungsempfehlung aus.

Der monoklonale Antikörper Nivolumab soll zugelassen werden als Monotherapie zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung, also nicht operablem oder metastasiertem Melanom. In den Zulassungsstudien erwies er sich gegenüber Chemotherapie sowohl bei therapienaiven als auch bei vorbehandelten Patienten als überlegen. So ergab ein Vergleich von Nivolumab mit Dacarbazin bei 418 nicht vorbehandelten Patienten eine Verbesserung der Zwölfmonats-Überlebensrate von 42 auf 73 Prozent. Bei 405 vorbehandelten Patienten wurde Nivolumab mit einer Chemotherapie aus Dacarbazin oder Carboplatin und Paclitaxel verglichen. Auch hier war die Zwölfmonats-Überlebensrate unter Nivolumab mit 31,7 Prozent höher als unter Chemotherapie (10,6 Prozent).

Häufigste Nebenwirkungen von Nivolumab waren Fatigue, Juckreiz, Übelkeit und Diarrhö. Daneben können Immunreaktionen auftreten, zu denen unter anderem Hormonveränderungen, Durchfälle und juckender Hautausschlag (Rash) gehören. (am)

 

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27.04.2015 l PZ

Foto:Fotolia/Wildworx