Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Zecken: FSME-Risiko nicht außer Acht lassen!

 

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland weniger Menschen an der durch Zeckenstiche übertragenen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkrankt als noch 2013. Das hat eine Erhebung durch das Robert-Koch-Institut ergeben. Demnach wurden 2013 noch 420 FSME-Fälle gemeldet, 2014 waren es nur 261.

 

Dieser Rückgang bedeute allerdings nicht, dass nun ein geringeres Risiko für Erkrankungen bestehe, erklärte Wolfgang Hautmann vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit. «Man darf nicht davon ausgehen, dass die Fälle insgesamt weniger werden.» Die Zahl der Erkrankungen sei in jedem Jahr sehr unterschiedlich und hänge oft vom Wetter ab: Nach sehr kalten Wintern gebe es weniger Zecken und in verregneten Sommern bewegten sich die Menschen seltener in der Natur. Beides könne für einen nur vorübergehenden Rückgang der Erkrankungszahlen sorgen.

 

Experten empfehlen deshalb auch in diesem Jahr eine FSME-Impfung noch vor Beginn der Zeckensaison, besonders bei geplanten Reisen in FSME-Gebiete wie Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen oder Thüringen. Insbesondere Wanderer, Pilzsammler oder Berufsgruppen wie Förster sollten sich dringend impfen lassen, sagte Hautmann. FSME sei keine harmlose Erkrankung: «2013 hatten wir in Bayern sogar einen Todesfall. 2014 war bei mehr als der Hälfte der Erkrankten das zentrale Nervensystem beteiligt, 90 Prozent der Kranken mussten im Krankenhaus behandelt werden.»

 

Hautmann bezeichnete die Impfquoten in den betroffenen Regionen als zu gering. Dennoch hatte eine Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Konsumforschung im vergangenen Herbst ergeben, dass sich immer mehr Menschen gegen FSME impfen lassen. 38 Prozent der Befragten hatten damals angegeben, mindestens einmal in ihrem Leben eine Impfung gegen die Krankheit erhalten zu haben.

 

Neben der Impfung empfiehlt Hautmann, in betroffenen Gebieten bei Aufenthalten im Freien lange Kleidung zu tragen und Zecken nach einem Stich schnell zu entfernen. Träten kurz nach einem Stich Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, so der Experte. (ah)

 

09.03.2015 l PZ

Foto: Fotolia/Maria.P.