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Fehleinschätzung: Mein Kind ist nicht dick

 

Eltern scheinen Übergewicht bei ihren eigenen Kindern nicht gut erkennen zu können. Einer britischen Studie zufolge weicht die Einschätzung der Eltern stark von offiziellen Klassifikationen ab. Dies berichten Forscher um Dr. James Black vom Department of Non-Communicable Disease Epidemiology der London School of Hygiene and Tropical Medicine im «British Journal of General Practice». Das Team hatte Fragebögen von knapp 3000 Eltern zu deren Kindern ausgewertet und die Ergebnisse mit den objektiven Daten zu Gewicht und Körpergröße und daraus ermitteltem Body-Mass-Index (BMI) in Verbindung gebracht. Die Kinder waren im Alter von vier bis fünf oder zehn bis elf Jahre und stammten aus fünf Regionen Englands.

 

Die Analyse ergab, dass rund ein Drittel der Eltern den BMI ihrer Kinder unterschätzten, wenn sie ihn in Kategorien von adipös, übergewichtig, normal- und untergewichtig einsortieren sollten. So hatten Kinder mit einem BMI an der 98. Perzentile (was Adipositas entspricht) eine 80-prozentige Chance, von ihren Eltern als normalgewichtig eingestuft zu werden. Erst ab einem BMI über der 99,7. Perzentile erkannten die Eltern das Übergewicht ihrer Kinder besser. Zu einer Unterschätzung des Körpergewichts des Kindes kam es vor allem bei sozial Benachteiligten, bei Jungen und bei Familien mit asiatischem oder afrikanischem Hintergrund. Problematisch seien diese Differenzen in der Einschätzung, weil Eltern, die das Übergewicht ihrer Kinder nicht erkennen, schlecht für Lebensstiländerungen zu motivieren seien, schreiben die Forscher. (ch)

 

DOI: 10.3399/bjgp15X684385

 

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31.03.2015 l PZ

Foto: Fotolia/Manuel Tennert