Darm muss vor Spiegelung gänzlich leer sein |

Eine Darmspiegelung zur Früherkennung von Krebs kann nur dann korrekte Ergebnisse liefern, wenn der Darm des Patienten auch wirklich leer ist. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) anlässlich des Darmkrebsmonats März hin.
Wenn ein Arzt bei einer Spiegelung nicht den gesamten Darm einsehen könne, müsse die Untersuchung unbedingt bald wiederholt werden, erklärte der DGVS-Sprecher Professor Christian Trautwein. Dies habe erst kürzlich eine US-amerikanische Studie gezeigt. Die Untersuchung hatte ergeben, dass bei Patienten, bei denen eine Darmspiegelung innerhalb eines Jahres wiederholt wurde, da die Sicht beim ersten Mal zu schlecht war, ebenso viele große Polypen in der Darmwand gefunden wurden wie bei Patienten, die zum ersten Mal zur Darmspiegelung kamen. In beiden Gruppen fanden die Ärzte bei 6,5 Prozent der Patienten Auffälligkeiten.
«Daher spielt die Qualität der Darmspiegelung eine große Rolle und die Patienten müssen darüber informiert werden, ob ihre Untersuchung vollständig war», sagte Trautwein. Auch sollten Patienten vor der Untersuchung die Anweisungen des Arztes genau befolgen. Die meisten Ärzte empfehlen, die vor der Spiegelung verordneten Abführmittel in zwei Schritten einzunehmen: Einen Teil am Abend vor dem Eingriff, den nächsten am Morgen davor. Anschließend dürfen die Patienten keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen. «Nur mit wenig Flüssigkeit und wenig Reststuhlmengen im Dickdarm können wir die Schleimhaut angemessen beurteilen», so Trautwein.
Die Darmspiegelung wird Versicherten in Deutschland ab 55 Jahren empfohlen und sollte alle zehn Jahre wiederholt werden. 2013 starben hierzulande 25.000 Menschen an Dickdarmkrebs. (ah)
03.03.2015 l PZ
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