Rheumatoide Arthritis: Weniger Medikamente auch effektiv |

Einer belgischen Studie zufolge lassen sich mit einer einfachen Kombinationstherapie bei Patienten mit rheumatoider Arthritis Kosten einsparen und Nebenwirkungen vermeiden. Der Doktorand Diederick De Cock von der Universität Leuven untersuchte die Wirksamkeit verschiedener Erst-Linien-Regime bei 290 Patienten mit frühen Stadien einer rheumatoiden Arthritis. Dazu unterteilte er die Probanden in drei Gruppen: Die COBRA-Classic-Gruppe erhielt Methotrexat, Sulfasalazin und eine hohe Startdosis Glucocorticoide. Die COBRA-Slim-Gruppe bekam nur Methotrexat und eine moderate Corticoid-Dosis. Die Teilnehmer der COBRA-Avant-Garde-Gruppe erhielten zu dieser Kombination noch zusätzlich Leflunomid.
In allen Gruppen führte die Therapie über 16 Wochen bei sieben von zehn Patienten zu einer Remission. Während die Wirksamkeit also gleich war, traten in der COBRA-Slim-Gruppe jedoch deutlich weniger Nebenwirkungen (46,9 Prozent) auf als bei den intensiveren Therapien (61,2 und 69,1 Prozent), schreiben die Forscher im Fachjournal «Annals of Rheumatic Disease».
Die Basisbehandlung mit Methotrexat und moderat dosierten Glucocorticoiden sei damit nicht nur besser verträglich und per se kostensparender. Sie sei auch einfacher durchzuführen, was die Adhärenz der chronisch kranken Patienten verbessern dürfte. Falls das Therapieregime zu einer breiteren Anwendung kommt, sollte sich zudem der Einsatz der teuren Biologika aus der Zweit-Linien-Therapie reduzieren lassen, schreiben die Forscher in einer Pressemitteilung. (dh)
12.11.2014 l PZ
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