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Madagaskar: WHO befürchtet Ausbreitung der Pest

 

Auf Madagaskar sind seit August 40 Menschen an der Pest gestorben, 119 haben sich infiziert. Die Weltgesundheits­orga­ni­sation WHO befürchte nun eine Ausbreitung der Seuche auf der Insel, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Auch in der Hauptstadt Antananarivo gebe es mindestens zwei Fälle.

 

Immer wieder erkranken laut dpa Menschen auf der Insel an der Pest, vor allem in der Regenzeit, wenn sich unzählige Ratten in die Dörfer und Städte der Insel flüchten. Deren Flöhe übertragen die Pest auf Menschen. «Aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte und des schwachen Gesundheitssystems besteht ein hohes Risiko einer schnellen Verbreitung», so die WHO. Die Situation auf der Insel vor der Ostküste Afrikas werde verschärft durch die Resistenz der Flöhe gegen ein verbreitetes Insektenvernichtungsmittel. 2011 und 2013 wurden jeweils mehrere Dutzend Tote bei Pestausbrüchen gezählt.

 

Die Pest sei in mehreren Regionen ausgebrochen, heißt es bei der dpa weiter. Inzwischen seien eine Reihe von Maßnahmen ergriffen worden, um weitere Ansteckungen zu vermeiden und den Kranken zu helfen, so die WHO.

 

Symptome der Lungenpest sind hohes Fieber, Kopfschmerzen, Atemnot, Husten und schwarz-blutiger Auswurf. Später entwickelt sich ein Lungenödem und es kommt zum Kreislaufver­sa­gen. Unbehandelt verläuft die Krankheit fast immer tödlich. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.

 

Die Weltgesundheitsbehörde WHO zählt weltweit jährlich 1000 bis 2000 Pestfälle. Vor dem aktuellen Ausbruch auf Madagaskar wurden im Jahr 2010 Erkrankungen in Peru registriert. Im August 2009 gab es mehrere Pesttote in China. Im Jahr 2006 zählten Behörden der Demokratischen Republik Kongo insgesamt 1174 Verdachtfälle, rund 50 Menschen starben an der Pest.

 

24.11.2014 l PZ/dpa

Foto: Fotolia/kichigin19