Knochenbruch: Ibuprofen statt Morphin für Kinder |

Ein Arm- oder Beinbruch kann für Kinder sehr schmerzhaft sein. Eine Therapie mit Ibuprofen wirkt dabei genauso effektiv wie Morphin, fanden jetzt kanadische Wissenschaftler heraus. In einer Studie mit 134 Kindern im Alter von fünf bis 17 Jahren bekamen 66 Teilnehmer orales Morphin (0,5 mg pro Kilogramm Körpergewicht) und 68 Patienten Ibuprofen (10 mg/kg) über 24 Stunden nach dem Unfall. Die Kinder hatten unkomplizierte Knochenbrüche erlitten, die nicht operiert werden mussten. Beide Arzneimittel waren wirksam zur Schmerzreduktion, allerdings traten unter Morphin mehr Nebenwirkungen wie Benommenheit, Übelkeit und Erbrechen, schreiben die Forscher im Fachmagazin «Canadian Medical Association Journal».
Nach Angaben der Mediziner gehören Frakturen mit 10 bis 25 Prozent zu den häufigsten Verletzungen im Kindesalter, bei denen es zu Schmerzspitzen in den ersten 48 Stunden kommt. Früher wurde in diesen Fällen vermehrt Codein eingesetzt, doch sollte es bei Kindern nur sehr zurückhaltend eingesetzt werden, da einige Menschen es aufgrund ihrer genetischen Ausstattung ultraschnell zu Morphin verstoffwechseln und anhäufen. Es kann dann zu lebensbedrohlichen Intoxikationen mit Atemstillstand kommen. Daher haben zumindest in Kanada die Verschreibungszahlen für Morphin bei Kindern zugenommen. (dh)
DOI: 10.1503/cmaj.140907
Mehr zum Thema Kinder
07.11.2014 l PZ
Foto: Fotolia/ia_64