Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Weltbank: Mehr Geld für Ebola-Hilfe

 

Die Weltbank will ihre finanzielle Unterstützung für den Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika deutlich ausbauen. Insgesamt 400 Millionen US-Dollar (rund 312 Millionen Euro) an Hilfsgeldern sollen die am härtesten getroffenen Länder erhalten. Bisher lagen die Zusagen bei rund 230 Millionen US-Dollar. Neben der Linderung des wirtschaftlichen Schadens soll das Geld auch genutzt werden, um ein besseres Gesundheitssystem für die kommenden Jahre aufzubauen, sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim in einer Sondersitzung der Vereinten Nationen am Donnerstag in New York. «Die größte Herausforderung ist nun, Pflegekräfte und Medikamente in abgelegensten Gegenden sowie die Städte zu bringen», erklärte er.

 

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will heute zinsfreie Darlehen in Höhe von 130 Millionen US-Dollar (102 Millionen Euro) freigeben. Die Epidemie werde auch eine große Rolle bei der Jahrestagung der Institutionen im Oktober in Washington spielen, sagte ein IWF-Sprecher.

 

Auch die Vereinten Nationen haben sich erneut über Ebola beraten. «Jetzt ist die Zeit für robuste und gemeinsame Anstrengungen», forderte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Donnerstag am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York. Man könne auch über diese Epidemie hinaus eine UN-Bereitschaftstruppe von Ärzten einrichten. «Genau wie unsere Truppen mit blauen Helmen dazu beitragen, dass die Menschen sicher sind, könnte ein Team in weißen Kitteln dazu beitragen, dass die Menschen gesund sind.»

 

US-Präsident Barack Obama bezeichnete die Ebola-Epidemie in Westafrika beim UN-Gipfel als «wachsende Gefahr für die regionale und globale Sicherheit». Die Staatsoberhäupter der betroffenen Länder in Westafrika wandten sich mit bewegenden Appellen an die Vereinten Nationen. Die Epidemie sei wohl die «größte Herausforderung aller Zeiten» für ihr Land, sagte die per Video zugeschaltete Friedensnobel-Preisträgerin und Präsidentin Liberias, Ellen Johnson-Sirleaf. «Das schlimmste Szenario ist, dass mehr als 100.000 unserer Landsleute sterben werden von einer Krankheit, die sie nicht verursacht haben und die sie nicht verstehen.»

 

Der ebenfalls per Video zugeschaltete Präsident von Sierra Leone, Ernest Bai Koroma, bezeichnete Ebola als «eine Krankheit, die schlimmer ist als Terrorismus». Der Präsident Guineas, Alpha Condé, forderte vor Ort in New York eine schnellere Hilfe der internationalen Gemeinschaft. «Je schneller die Antwort, desto schneller der Kampf.»

 

Sein Land sei dagegen inzwischen «ebola-frei», hatte der Präsident Nigerias, Goodluck Jonathan, bereits am Mittwoch bei der Generaldebatte der Vollversammlung gesagt. Experten der WHO hatten den Ausbruch in Nigeria bereits vor einigen Tagen als «weitgehend abgeschlossen» bezeichnet. Endgültige Entwarnung kann es jedoch erst 42 Tage nach dem letzten Ebola-Fall geben, der in Nigeria am 5. September registriert wurde.

 

Die Europäische Union versprach weitere 30 Millionen Euro im Kampf gegen Ebola. Damit steige die Gesamtsumme des bislang von der EU zur Verfügung gestellten Geldes auf 180 Millionen Euro, sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso bei der Veranstaltung am Donnerstag.

 

US-Präsident Obama forderte die gesamte internationale Gemeinschaft zu mehr Hilfe auf. «Wir wissen aus Erfahrung, dass die Antwort auf einen Ausbruch von diesem Ausmaß gleichzeitig schnell und anhaltend sein muss – wie ein Marathon, aber im Sprint. Das ist nur möglich, wenn jedes Land mitmacht.» Davon sei man aber noch weit entfernt. «Es gibt immer noch eine bedeutende Lücke zwischen dem, wo wir sind, und dem, wo wir sein sollten», sagte Obama. «Jeder hat im Moment die besten Absichten, aber die Menschen stellen nicht die notwendigen Ressourcen zur Verfügung.» Ein Ende der Epidemie habe für die USA höchste Priorität. «Wir werden da weiter eine Führungsrolle übernehmen.» Darauf könnten sich andere Länder aber nicht ausruhen, mahnte Obama. «Denkt nicht, dass nach dem, was wir getan haben, alles schon geregelt ist. Das ist es nicht.»

 

26.09.2014 l dpa

Foto: Fotolia/paulmz