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RSI: Wenn PC-Arbeit krank macht

 

Bildschirm und Computermaus gehören für viele Menschen zum Arbeitsalltag. Schmerzhafte Gefühlsstörungen in Hand und Unterarm bezeichnen Laien oft als «Mausarm». Doch die Maus ist nur in den seltensten Fällen die Schuldige. Mediziner sind sich einig, dass eine sich ständig wiederholende Bewegung über einen längeren Zeitraum in ungünstiger Haltung Beschwerden auslösen kann. Sie sprechen von RSI. Die Abkürzung steht für «repetitive strain injury», auf Deutsch etwa «Verletzungen durch wiederholte Belastung». Beispielsweise können Arbeiten am Fließband oder auch an der Computertastatur die Beschwerden auslösen. Dagegen ist die Arbeit mit der Computermaus nur sehr selten so stark repetitiv und mit solchem Kraftaufwand verbunden, dass sie RSI verursachen könnte.

 

Die Diagnose ist schwer zu stellen, denn weder in bildgebenden Verfahren noch in Gewebeproben ist eine lokale Schädigung nachweisbar. Auch über die Ursachen von RSI wird kontrovers diskutiert. Aus Sicht der Verwaltungsberufsgenossenschaft ist eine überwiegende Verursachung durch berufliche Tätigkeiten nicht belegt. RSI ist nicht als Berufskrankheit anerkannt. Als Pathogenese wird vermutet, dass es bei wiederholten ungünstigen Bewegungsabläufen zu muskulären Ko-Kontraktionen kommt, also zu einer gleichzeitigen Aktivierung von agonistisch und antagonistisch arbeitenden Muskeln. Dies führt zu Gewebeschäden und Muskelfaserrissen in der betroffenen Extremität. Das geschädigte Gewebe kumuliert, da die Arbeitsunterbrechungen nicht für die Reparaturprozesse ausreichen. Mit der Zeit entstehen Schmerzen, sensorische Störungen und Kraftverlust.

 

Nicht selten sind RSI-Patienten während einer längeren Arbeitspause, zum Beispiel im Urlaub, beschwerdefrei. Zurück am Arbeitsplatz, treten die alten Beschwerden rasch wieder auf. Die wichtigste therapeutische Maßnahme ist die Änderung der Arbeitsbedingungen. Unter Umständen können andere Eingabegeräte als die Maus hilfreich sein, zum Beispiel Trackball, Touchpad, Vertikalmaus, Stiftmaus oder Rollbalken. (ais/bmg)

 

Mehr zum Thema Beschwerden an Bildschirmarbeitsplätzen lesen Sie im Titelbeitrag Prävention: Gesund trotz Bildschirmarbeit, PZ 36/2014

 

03.09.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Robert Kneschke