Migräne: Besser vorbeugen als behandeln |

Heftige, pulsierende Kopfschmerzen gepaart mit Übelkeit, Licht- und Lärm-Empfindlichkeit: Ein Migräne-Anfall kann einen Patienten komplett lahmlegen. «Die Weltgesundheitsorganisation zählt die Migräne zu den zwanzig Leiden, die das tägliche Leben Betroffener am meisten einschränken», sagte Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz (Foto) von der Goethe-Universität, Frankfurt am Main, bei einem Vortrag in der Pharma-World auf der Expopharm. Da ist es in jedem Fall besser, eine Attacke von vorneherein zu verhindern, als sie zu behandeln.
«Leider kennen wir die molekularen Mechanismen, die zu einer Migräne-Attacke führen, noch nicht», sagte der Referent. Es gebe jedoch eine Theorie, wonach defekte Ionenkanäle bei der Pathophysiologie eine Rolle spielen. Zur Vermeidung von Migräne-Anfällen sollten Apotheker Betroffenen raten, Ausdauersport zu treiben und Triggerfaktoren wie Stress zu meiden. Coffein könne ebenfalls eine Migräne-Attacke auslösen, und zwar sowohl ein gesteigerter als auch ein reduzierter Konsum. «Wer also unter der Woche viel Kaffee trinkt, sollte das am Wochenende beibehalten, um keinen Migräne-Anfall zu riskieren», so Schubert-Zsilavecz.
Eine medikamentöse Migräne-Prophylaxe ist nur bei besonderem Leidensdruck und bei sehr häufigen beziehungsweise außergewöhnlich lang andauernden Anfällen indiziert. «Hier haben sich in erster Linie die alten Betablocker Metoprolol und Propranolol bewährt sowie der Calciumkanal-Blocker Flunarizin», informierte Schubert-Zsilavecz. Daneben gebe es diverse andere Ansätze mit schlechterer Evidenz, darunter Magnesium in Dosen bis 300 mg zweimal täglich. Welche Therapie für den Patienten die geeignete ist, muss im Zweifelsfall immer ein Arzt entscheiden. Generell sei jedoch zu beachten, dass alle Migräne-Prophylaktika außer Flunarizin einschleichend dosiert werden müssen. (am)
18.09.2014 l PZ
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