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Alzheimer: Schlafmangel erhöht Beta-Amyloid-Spiegel

 

Chronischer Schlafmangel könnte daher das Risiko, eine Alzheimer-Demenz zu entwickeln, erhöhen. Denn im Schlaf sinkt normalerweise die Konzentration des Peptids β-Amyloid-42 (Aβ42) im Liquor ab. Das Peptid wird mit der Entstehung von Alzheimer assoziiert. Bei Schlafentzug häuft sich mehr von dem β-Amyloid an, schreiben niederländische Forscher im Fachjournal «JAMA Neurology». Die Arbeitsgruppe um Dr. Sharon Ooms von der Universität Nijmegen konnte diese Beobachtungen aus Tierversuchen nun beim Menschen bestätigen.

Sie rekrutierten 26 gesunde Männer im Alter zwischen 40 und 60 Jahren mit normalem Schlafverhalten. Diese ließen sich einen intrathekalen Katheter legen, um Liquorproben entnehmen zu können. Die Probanden teilten sie auf zwei Gruppen auf: Eine Hälfte konnte in der Untersuchungsnacht nach Wunsch schlafen und tat dies im Schnitt 6,5 Stunden lang. Die andere Hälfte blieb die gesamte Nacht wach. Die Forscher nahmen den Probanden abends und morgens jeweils drei Liquorproben ab, und in der Schlafentzugsgruppe noch vier weitere Proben während der Nacht.

In der Gruppe, die schlafen durfte, sank die Konzentration von Aβ42 im Laufe der Nacht ab und erreichte ihren niedrigsten Wert um 10 Uhr morgens. Die Konzentration lag morgens durchschnittlich um 6 Prozent niedriger als abends – eine kleine, aber statistisch signifikante Differenz. In der Schlafentzugsgruppe gab es keine nächtliche Absenkung, berichten die Forscher. Die Gesamtproteinmenge sowie die Aβ40- oder τ-Protein-Konzentration veränderten sich nicht durch Schlaf.

Ooms und ihre Kollegen vermuten, dass ein chronischer Schlafentzug die τ-Konzentration erhöhen und damit das Alzheimer-Risiko steigern könnte. Beweisen lässt sich diese These allerdings durch die vorliegenden Daten nicht. (ch)

doi: 10.1001/jamaneurol.2014.1173

 

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09.09.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Focus Pocus LTD