Ebola: Kongo bittet um Notfallhilfe |
Nach der Bestätigung der zwei Ebola-Fälle in der Demokratischen Republik Kongo hat das Land um internationale Unterstützung gebeten. Zur Abwehr einer möglichen Epidemie sei eine rasche Notfallhilfe im Umfang von etwa 2,5 Millionen Dollar (1,9 Millionen Euro) nötig, sagte Gesundheitsminister Félix Kabange nach Angaben kongolesischer Medien. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagte der Regierung in Kinshasa Hilfe zu. Unter anderem würden Schutzausrüstungen für medizinisches Personal bereitgestellt. Bei dem in der abgelegenen Gegend der nördlichen Provinz Equateur gefundenen Erreger soll es sich um einen anderen Ebola-Stamm handeln als jenen, der derzeit in Westafrika kursiert.
Nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin ist die kongolesische Regierung zuversichtlich, dass eine Ausbreitung der Krankheit über die Grenzen des Distrikts hinaus verhindert werden könne. Das zentralafrikanische Land verfüge über Erfahrung im Umgang mit Ebola-Epidemien. Die Behörde warnt dennoch vor Reisen in die nordöstlichen Landesteile des Kongos.
Nach Angaben der Vereinten Nationen werde der Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika durch die Reduzierung der internationalen Flüge in diese Region stark behindert. Es sei sehr schwer, Helfer und Hilfsgüter in die von Ebola betroffenen Länder zu bringen, sagte der UN-Koordinator für Hilfsoperationen in Sierra Leone, David McLachlan-Karr. Die UN seien bereit, Maßnahmen zur Eindämmung der Ebola-Epidemie erheblich auszuweiten. «Aber dies ist nur möglich, wenn die Flüge wieder aufgenommen werden.»
Unterdessen weitet sich der Virus-Ausbruch laut David Nabarro, UN-Sonderbeauftragter für die Bekämpfung von Ebola, immer noch aus. Für die Bekämpfung der Seuche sei eine «globale Partnerschaft» nötig, an der sich alle Staaten beteiligen, so die UN in einer Mitteilung. Die WHO beklagte die beispiellos hohe Zahl von an Ebola erkrankten sowie gestorbenen Gesundheitshelfern. Bislang hätten sich mehr als 240 Helfer infiziert, von denen über 120 gestorben seien. Ein Grund sei eine oft nur mangelhafte Ausstattung mit Schutzkleidung gewesen. Diese habe sich aber in letzter Zeit gebessert, wodurch die Zahl der Ansteckungen zurückgegangen sei.
26.08.2014 l PZ/dpa
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