Schlaganfall: Jede Minute zählt |
Bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist immer Eile geboten. «Der wichtigste Faktor in der Akuttherapie des Schlaganfalls ist die Zeit», betonte Professor Dr. Dirk Sander, Chefarzt am Benedictus-Krankenhaus Feldafing, beim Artemed-Presseworkshop in München. Zur Schnelldiagnose wurde im US-amerikanischen Raum das Kürzel F-A-S-T etabliert: Bei Anzeichen einer Gesichts- oder Armlähmung (face, arms) oder einer Sprachstörung (speech) müsse in kürzester Zeit (time) ein Notarzt verständigt werden.
Der Neurologe empfahl, die Patienten möglichst in eine Spezialeinheit («Stroke Unit») zu bringen. Dort sei man auf schnelles Handeln eingerichtet: Von der Anlieferung des Patienten bis zur Computertomografie sollten maximal 25 Minuten und bis zum Beginn der Thrombolyse, sofern indiziert, maximal eine Stunde vergehen.
Laut Sander erleiden jeden Tag etwa 450 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall, etwa 1 Million Menschen leben mit dessen Folgen. Knapp die Hälfte behalte die Halbseitenlähmung, ein Fünftel bleibe gehunfähig und 15 Prozent leiden an Sprachstörungen. Ein Drittel leide an einer Depression, was wiederum das Insultrisiko drastisch erhöht, berichtete der Neurologe. Die Wiederherstellung der Mobilität und eine möglichst hohe Selbstständigkeit seien wichtige Reha-Ziele.
Nachdrücklich plädierte der Arzt für die Behandlung von Risikofaktoren wie Hypertonie und Hypercholesterolämie sowie für die Primärprävention. Schon 15 Minuten zusätzliche Bewegung pro Tag könnten das Risiko, an einem Schlaganfall zu sterben, um 14 Prozent senken. (bmg)
22.07.2014 l PZ
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