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Paracetamol-Überdosierung: FDA zieht Konsequenzen

 

In den USA haben, bis auf wenige Ausnahmen, alle Hersteller von verschreibungspflichtigen Arzneimittel-Kombinationen mit mehr als 325 mg Paracetamol die Vermarktung für diese Produkte eingestellt. Hintergrund ist, dass das peripher wirkende Analgetikum in den vergangenen Jahren in den USA die häufigste Ursache für schwere Leberschäden durch eine meist unbeabsichtigte Überdosis von Paracetamol war.

 

Dies nahm die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA zum Anlass, die Dosis von Paracetamol in verschreibungspflichtigen Kombinationspräparaten auf maximal 325 mg pro Tablette, Kapsel oder andere Dosierungseinheit zu beschränken. Die Präparate enthielten neben Paracetamol, zum Teil mit einem Gehalt von bis zu 750 mg pro Darreichungsform, meist Opioide wie Oxycodon oder Hydrocodon.

 

Hersteller, die den Auflagen bislang nicht nachkamen, mahnte die FDA entsprechend an. Zudem wurden die Ärzte aufgefordert, solche Präparate nicht mehr zu verschreiben. Apotheker sollen entsprechende Verordnungen mit mehr als 325 mg Paracetamol nicht beliefern, sondern Rücksprache mit dem Arzt halten und ein niedriger dosiertes Kombi-Arzneimittel empfehlen. Patienten sind vor allem dann durch eine Überdosierung gefährdet, wenn sie neben den vom Arzt verordneten Kombi-Analgetika zusätzlich OTC-Präparate wie Erkältungspräparate oder Hustenmittel einnehmen, die ebenfalls Paracetamol enthalten, ohne dass ihnen das bewusst ist.

 

Auch in Deutschland ist Paracetamol in einer Vielzahl von frei verkäuflichen und verschreibungspflichtigen Kombinationsarzneimitteln enthalten, sodass nicht auszuschließen ist, dass es auch hier zu unbeabsichtigten Überdosierungen kommen kann. Statt Oxycodon oder Hydrocodon enthalten diese Kombianalgetika das in seiner Wirkung vergleichbare Codein. Der Gehalt an Paracetamol liegt bei Arzneimitteln wie Gelonida®, Talvosilen® oder Titretta® bei bis zu 1000 mg Paracetamol pro Darreichungsform. Es bleibt abzuwarten, ob die Behörden zum Schutz der Verbraucher auch hierzulande ähnliche Dosisbeschränkungen für Paracetamol-haltige Kombipräparate anordnen werden. (rt)

 

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04.06.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Bilderbox