Apothekerhaus: ABDA will nicht aufstocken |
Der Ausbau des Apothekerhauses in der Berliner Jägerstraße ist vom Tisch. Die Mitgliederversammlung der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hat sich einstimmig gegen die ursprünglichen Pläne ausgesprochen, das historische Mendelssohn-Palais um zwei Stockwerke zu erweitern. Stattdessen soll nun nach alternativen Räumlichkeiten gesucht werden.
Mit ihrem Votum folgen die Mitgliedsorganisationen der Empfehlung des geschäftsführenden Vorstands der ABDA. Dieser hatte gestern entschieden, von den ursprünglichen Erweiterungsplänen für die Jägerstraße 49/50 Abstand zu nehmen. Hintergrund des Bauvorhabens waren fehlende Büroräume, denn nicht alle Mitarbeiter kommen derzeit im Apothekerhaus unter. 64 Personen arbeiten dort für die ABDA und die Verwaltungsgesellschaft Deutscher Apotheker. Für 20 weitere Mitarbeiter wurden Büros in der Jägerstraße 41 angemietet. Eine Erweiterung hätte zusätzliche 1500 Quadratmeter für das Apothekerhaus bedeutet – und Kosten in Höhe von 15 Millionen Euro. Nicht geklärt war bis zum Schluss, ob ein Ausbau mit Blick auf den Denkmalschutz überhaupt möglich gewesen wäre.
Auf Wunsch der Mitgliederversammlung soll die ABDA nun nach alternativen Büroräumen suchen. Infrage kommt ein Mietobjekt ebenso wie eine Immobilie zum Kauf. Unter Umständen könnten sich die Apotheker dann auch von ihrem Gebäude in der Jägerstraße 49/50 trennen, sofern eine Alternative gefunden wird, die den räumlichen Ansprüchen besser gerecht wird. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt freute sich über das einstimmige Votum. Es sei ein gutes Signal, dass die Mitgliedsorganisationen in dieser Sache geschlossen aufträten, sagte er. Zuletzt hatte es aus einzelnen Kammern und Verbänden deutliche Kritik an den Erweiterungsplänen gegeben.
Unabhängig vom Ende der Umbaupläne müssen die Apotheker allerdings Geld in die Sanierung des Gebäudes in der Nähe des Gendarmenmarkts stecken. So sind etwa 6 Millionen Euro nötig, um Brandschutz-Vorgaben zu erfüllen. Weitere 2,5 Millionen Euro fallen für die Sanierung der Haustechnik an. Die Bebauung des Nachbargrundstücks hat darüber hinaus zu Rissen im Apothekerhaus geführt, die für etwa 3 Millionen Euro saniert werden müssen. Aus Sicht der ABDA muss der Nachbar diese Kosten tragen. Unklar ist bislang jedoch, ob diese Forderung durchkommt. (sch/et)
25.06.2014 l PZ
Foto: PZ/Zillmer