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Makrolide: Magenpförtner-Verengung bei Babys

 

Makrolide wie Erythromycin können in den ersten 120 Lebens­tagen eines Babys zu einer Verengung des Magen­pfört­ners führen. An dieser sogenannten infantilen hyper­tro­phen Pylorusstenose erkrankten in einer dänischen Studie Neugeborene unter der Therapie bis zu 30-fach häufiger. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin British Medical Journal veröffentlicht.

 

An sich ist eine Pylorusstenose eher selten. Nach einer Aus­wertung dänischer Forscher sind 0,9 von 1000 Neugeborenen betroffen, berichtet das Team um Professor Dr. Mads Melbye im «British Medical Journal». Sie untersuchten die Daten aller dänischen Kinder, die zwischen 1996 und 2011 geboren wurden. Von dieser knappen Million Kinder wurden 880 aufgrund einer Pylorusstenose operiert. 3,00 Prozent der Mütter nahmen ein Makrolid während der Schwan­ger­schaft und 2,15 Prozent in den ersten 120 Tagen nach der Geburt ein. 0,66 Prozent der Neugeborenen bekamen in dieser Zeit selbst ein Makrolid.

 

Bekommen Babys in den ersten 14 Tagen ein Makrolid, zum Beispiel um eine Keuchhusten-Infektion zu bekämpfen, erhöht sich die Fallrate von 0,9 auf 29,8 pro 1000 Kinder; eine Stei­ge­rung um den Faktor 33. Für die Zeit zwischen Tag 14 und Tag 120 liegt die Fallzahl bei 3,24.

 

Makrolide sind plazentagängig und gelangen in niedrigen Konzentrationen in die Muttermilch. So deuten die Daten darauf hin, dass auch die antibiotische Behandlung der Mutter beim Kind zu einer Pylorusstenose führen kann. Nimmt die Mutter das Makrolid bis zur 28. Schwanger­schafts­wo­che ein, steigt die Rate nicht signifikant von 0,9 auf 1,02 Fälle pro 1000 Babys; im letzten Trimenon erhöht sich die Fallzahl auf 1,77. Stillt die Mutter und nimmt in den ersten zwei Wochen nach Geburt ein Makrolid ein, treten 3,49 Pylorusstenosen pro 1000 Kinder auf. Danach ließ sich keine Assoziation mehr feststellen.

 

Die Autoren empfehlen, Neugeborenen Makrolide nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Ab­wä­gung zu verabreichen. Erythromycin und Azithromycin werden auch zur Behandlung von Motilitätsstörungen des Magens und Dünndarms eingesetzt. Sie sollen als Agonist am Motilin-Rezeptor wirken. Sie könnten auch Krämpfe des Magenpförtners auslösen. (db)

 

doi: 10.1136/bmj.g1908

 

17.03.2014 l PZ

Foto: Fotolia/detailblick