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Mefloquin: Erhöhtes Risiko für Augenerkrankungen

 

Das Malariamedikament Mefloquin (Lariam und Generika) kann mit einem erhöhten Risiko für Augenerkrankungen verbunden sein, die während oder nach der Therapie mit Verzögerung auftreten können. Darauf weist der schweizerische Arzneimittelhersteller Roche Pharma in Absprache mit dem Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic in einem Schreiben an Ärzte hin.

 

Die Augenerkrankungen, einschließlich Katarakt, Netzhautanomalien und Optikusneuropathie, manifestieren sich mit Sehschwäche und verschwommen sehen. In einigen Fällen heilte die Erkrankung sehr langsam ab, es gibt aber auch Berichte von bleibender Folgekrankheit. Der Hersteller empfiehlt daher Patienten, bei denen unter der Behandlung mit Lariam® Sehstörungen auftreten, sich an ihren behandelnden Arzt zu wenden.

 

Während in der Schweiz die Fachinformationen der Mefloquin-haltigen Arzneimittel entsprechend aktualisiert wurden, werden in der aktuellen deutschen Fachinformation bisher lediglich pauschal Sehstörungen als Nebenwirkung erwähnt. Ein besonderer Warnhinweis auf ein unter Umständen notwendiges Absetzen der Behandlung bei Auftreten von Sehstörungen fehlt.

 

Roche erinnert zudem an das bekannte Risiko neuropsychiatrischer unerwünschter Wirkungen, die bei der Anwendung zur Chemoprophylaxe mit Verzögerung auftreten und lange anhalten können. Aus diesem Grund darf Mefloquin zur Prophylaxe bei einer akuten oder einer zurückliegenden Depression, einer generalisierten Angsterkrankung, Psychose, Schizophrenie, einer anderen schweren psychiatrischen Erkrankung oder Konvulsionen in der Anamnese keinesfalls verschrieben werden. (rt)

 

04.02.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Aramanda