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Forxiga: AstraZeneca stoppt den Stopp

 

Das Antidiabetikum Dapagliflozin (Forxiga®) bleibt in Deutschland verfügbar. Das teilt Hersteller AstraZeneca mit. Einer Pressemeldung ist zu entnehmen, dass das Unternehmen plant, den Vertrieb in Deutschland wieder aufzunehmen. Man strebe nach Abverkauf der noch in der Handelskette befindlichen Ware eine nahtlose Weiterversorgung an. Grundlage dieser Unternehmensentscheidung ist die Einigung mit dem GKV-Spitzenverband auf einen Erstattungsbetrag für Forxiga.

 

Zum Hintergrund: Nach zunächst ergebnislosen Preisverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband hatte AstraZeneca das Präparat zum 15. Dezember außer Vertrieb gesetzt. Auslöser für die Preisverhandlungen war die Bewertung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Dieser hatte dem SGLT-2-Hemmer Mitte 2013 keinen Zusatznutzen zur Behandlung von Typ-2-Diabetikern im Vergleich zur zweckmäßigen Standardtherapie anerkannt. Auch wenn man sich nun mit dem GKV-Spitzenverband einigen konnte, will AstraZeneca die G-BA-Entscheidung nicht einfach so hinnehmen. Das Unternehmen ist weiterhin davon überzeugt, dass Forxiga einen Zusatznutzen für Patienten mit Typ-2-Diabetes bietet und strebt in absehbarer Zeit auf Basis ergänzender Studiendaten eine Neubewertung an.

 

Dapagliflozin war der erste zugelassene Vertreter der SGLT-2-Hemmer in Deutschland. Durch die selektive Blockade von SGLT-2-Rezeptoren lässt sich die Rückresorption von Glucose in der Niere reduzieren und somit die Ausscheidung von Glucose über den Harn forcieren. Dadurch wird der Blutzucker gesenkt. Momentan befinden sich zwei Dapagliflozin-haltige Präparate im Handel: das Monopräparat Forxiga und die Kombination mit Metformin Xigduo®. Ab Mitte März kommt dann der zweite SGLT-2-Hemmer Canagliflozin (Invokana®) auf den Markt. Ein Kombinationspräparat Canagliflozin und Metformin (Vokanamet®) hat von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA bereits eine Zulassungsempfehlung erhalten und wird wahrscheinlich auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Konkurrenz belebt das Geschäft. Die Hersteller von Canagliflozin und Dapagliflozin werden sich darauf einstellen müssen, dass noch weitere Gliflozine, zum Beispiel Empagliflozin, über kurz oder lang hinzukommen werden. (ss)

 

27.02.2014 l PZ

Foto: PZ/Fotolia/Bilderbox