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Celesio setzt weiter auf Lloyds

 

Auch nach der Übernahme durch den US-amerikanischen Konzern McKesson arbeitet der Stuttgarter Pharmagroßhändler Celesio weiter am Aufbau eines europaweiten Apothekennetzwerks unter dem Namen Lloyds. In Ländern, die den Fremdbesitz erlauben, soll Lloyds als Kette betrieben werden, in Ländern mit Fremdbesitzverbot dagegen als Kooperation selbstständiger Apotheken, sagte Celesio-Vorstand Stephan Borchert heute bei einem Pressegespräch in Stuttgart.

 

Im vergangenen Jahr hatte Celesio ein Pilotprojekt in mehreren europäischen Ländern gestartet. In Deutschland wurden zwei Lloyds-Apotheken eröffnet, europaweit waren es laut Borchert rund 100 – die bereits bestehenden Lloyds-Apotheken in Großbritannien nicht mitgerechnet. Die Lloyds-Apotheken sollen in allen Ländern einen einheitlichen Markenauftritt bekommen. Vom Mobiliar über die Schwerpunktthemen Haut und Schmerz bis hin zu einem gemeinsamen Konzept für die Warenwirtschaft gibt es Vorgaben von der Konzernzentrale.

 

Recht verhalten gab sich Borchert bei den Zielen für die deutschen Lloyds-Apotheken. Im zweistelligen Bereich will man bis zum Jahresende landen. Fünfzig Apotheken bundesweit wären ein schönes Ergebnis. Rekrutieren will Celesio die neuen Lloyds-Apotheker vornehmlich aus dem eigenen Stall, nämlich bei der Kooperation «Gesund leben». Diese bislang eher lockere Verbindung von rund 2300 Apothekern soll eine zweite Kooperationsstufe erhalten, in der einige Elemente aus dem Lloyds-Konzept auch für Gesund-leben-Apotheken angeboten werden.

 

Die Apotheken können selbst entscheiden, ob sie in diese zweite Stufe wechseln oder in der Basis-Kooperation bleiben, sagte Borchert. Man werde keinen Druck auf die Gesund-leben-Apotheker ausüben. Ziel sei es aber schon, diese sukzessive auf die Lloyds-Schiene zu setzen. Borchert: «Die Apotheker haben in der zweiten Stufe von Gesund leben die Möglichkeit, Teile des Lloyds-Konzepts zu testen.»

 

Auch bei der zweiten Celesio-Kooperation DocMorris möchte das Unternehmen möglichst viele Apotheker zu einem Wechsel bewegen. Hier wirbt das Unternehmen für einen Wechsel zu Lloyds oder zumindest zu Gesund leben, setzt dabei aber ebenfalls auf Freiwilligkeit. Die bestehenden Vereinbarungen mit den DocMorris-Apothekern sollen weiter gelten. Wie lange noch, ist offen. «Es gibt einige Apotheker, die ihre Apotheke unbedingt weiter unter dem Namen DocMorris betreiben wollen», sagte Borchert. Es kann also noch eine ganze Zeit dauern, bis die letzte DocMorris-Apotheke verschwunden ist.

 

Borchert ist es wichtig, dass die europäischen Pläne nicht von der neuen Muttergesellschaft McKesson, sondern von Celesio selbst entwickelt werden. Das Unternehmen habe weitgehend freie Hand. Der Zusammenschluss mit McKesson habe bislang kaum Einfluss auf die Unternehmensstrategie. Natürlich werde man sehen, welche Angebote von McKesson Celesio übernehmen könne. Auf der anderen Seite gebe es aber im Portfolio von Celesio auch einige Produkte, die für die USA interessant seien. (dr)

 

20.02.2014 l PZ

Foto: Celesio