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Substitution: Pankreasenzyme nicht ins Essen mischen

 

Magensaftresistente Pellets mit Pankreasenzymen dürfen nicht zerkaut und daher nicht in Speisen hineingemischt werden. Da sie sich pH-abhängig auflösen, kann dies auch im Mund passieren, wenn Pellets mit der Speise zerkaut werden oder nach dem Essen dort hängenbleiben. Die Enzyme können dann lokal die Mundschleimhaut schädigen. Der Apotheker sollte dem Patienten empfehlen, die Dosis mit wenig Flüssigkeit zum Essen einzunehmen, gegebenenfalls in mehreren Portionen. Damit sicher keine Pellets im Mund zurückbleiben, sollte der Patient nach dem Essen den Mund ausspülen.

 

Eine Substitution mit Pankreasenzymen brauchen viele Patienten nach einer kompletten oder teilweisen Magenresektion, zum Beispiel wegen eines Magenkarzinoms. Vor allem bei vollständiger Gastrektomie kommt es häufig zur Insuffizienz des exokrinen Pankreas und in der Folge zu Magen-Darm-Beschwerden und Fettstühlen (Steatorrhö). Wichtig: Für die Indikation «funktionelle Pankreasinsuffizienz nach Gastrektomie bei Vorliegen einer Steatorrhö» erstattet die GKV die Pankreasenzym-Präparate.

 

Neben Durchfällen haben Patienten nach einer Magenoperation oft vielfältige Beschwerden: Übelkeit und Erbrechen, Blähungen oder Appetitlosigkeit. Viele können nur noch kleine Portionen essen oder sind schon beim Geruch von Speisen satt. Bilanzierte Trinknahrung kann die Deckung des Nährstoffbedarfs unterstützen, bis sich der Körper auf die neue Situation einstellt. (mp/bmg)

 

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22.01.2014 l PZ

Foto: Fotolia/ag visuell