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Vitamin-Vorstufe bei Alkoholmissbrauch

 

Eine Supplementierung mit der Vitamin-B1-Vorstufe Benfotiamin kann bei alkoholabhängigen Frauen den Alkoholkonsum reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher um Ann Manzardo von der Universität Kansas, die ihre Ergebnisse nun im Fachjournal «Drug and Alcohol Dependence» vorstellen. Vitaminmangel ist ein häufiges Problem bei Alkoholabusus. Es wird angenommen, dass ein Defizit an Vitamin B1 (Thiamin) nicht nur zu neurologischen Folgeschäden führt, sondern auch das unkontrollierte Trinkverhalten fördert. Ob eine Supplementation mit der sehr gut bioverfügbaren Thiamin-Vorstufe Benfotiamin das Trinkverhalten ändert, haben die Forscher um Manzardo in einer Studie mit 120 aktiv trinkenden weiblichen und männlichen Alkoholikern untersucht.

 

Die Probanden erhielten über einen Zeitraum von 24 Wochen entweder 600 mg Benfotiamin täglich oder Placebo. In der Verumgruppe sank der Alkoholkonsum von Frauen in den ersten drei Monaten um 60 Prozent, bei Frauen in der Placebogruppe um 13 Prozent. Bei Männern zeigte sich kein Unterschied zwischen Verum- und Kontrollgruppe. Nennenswerte Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet. Da aus früheren Studien bekannt ist, dass die Supplementation die Symptome der alkoholischen Neuropathie reduzieren kann, halten die Forscher Benfotiamin für eine sinnvolle Nahrungsergänzung für Alkoholabhängige. (ch)

 

doi: 10.1016/j.drugalcdep.2013.07.035

 

17.12.2013 l PZ

Foto: Fotolia/Unpict