Comeback der Geschlechtskrankheiten |

In Europa werden Infektionen mit Geschlechtskrankheiten wieder häufiger. Meist seien junge Männer oder Frauen in der sexuellen Findungsphase betroffen, sagte Professor Norbert H. Brockmeyer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für sexuell übertragbare Krankheiten (DSTIG), der Nachrichtenagentur dpa heute in Köln.
Die Zahl der Infektionen mit humanen Papillomaviren beläuft sich laut DSTIG auf etwa 80.000 pro Jahr. Anlass zur Sorge gäben zudem die circa 100.000 bakteriellen Infektionen durch Chlamydien. Auch Syphilis-Erkrankungen kommen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wieder häufiger vor. Hier seien die gemeldeten Fälle in 2012 um über 19 Prozent auf 4410 Erkrankungen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – 80 Prozent davon über sexuelle Kontakte zwischen Männern. Im Vergleich dazu sei die Zahl der Infektionen, bei denen Kontakte zu Prostituierten als Ursache angegeben wurden, konstant geblieben.
Die Gründe für das «Comeback» der Geschlechtskrankheiten sieht Brockmeyer in fehlenden Schutzmaßnahmen wie beispielsweise Kondome. Er warnt in diesem Zusammenhang auch vor Restriktionen für Sexarbeiterinnen und vor Strafverfolgung von Freiern. «Alles was gegen Liberalisierung im Bereich der Prostitution arbeitet, wird die Situation deutlich verschlechtern», so der Professor. «Wir brauchen eine vorurteilsfreie und nicht stigmatisierende Beschäftigung mit der Sexualität und sexuell übertragbaren Infektionen.» (ke)
08.11.2013 l PZ
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