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Penicillin bei Keuchhusten unwirksam

 

Oral-Penicilline eignen sich nicht zur Therapie einer Keuchhusten-Infektion. Denn die nach oraler Gabe in der Bronchialschleimhaut von Patienten erreichten Konzentrationen der Antibiotika sind zu niedrig, um den Erreger Bordetella pertussis wirksam zu bekämpfen. Dennoch sind orale Amoxicillin- und Ampicillin-Zubereitungen derzeit noch zur Behandlung von Patienten mit Keuchhusten zugelassen. Das will das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) jetzt ändern. Es fordert Hersteller entsprechender Präparate im Rahmen eines Stufenplanverfahrens auf, die Anwendungsgebiete Keuchhusten/Pertussis aus den Fachinformationen zu streichen.


«Bei der Behandlung des Keuchhustens wird die frühe Anwendung von geeigneten Antibiotika empfohlen. Eine initial falsche Therapie führt zu einer Verzögerung des Einsatzes adäquater Therapeutika und kann damit wesentlich zum Therapieversagen beitragen», heißt es zur Begründung. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) haben sich in der Behandlung von Keuchhusten-Infektionen vor allem Makrolide wie Erythromycin, Azithromycin, Clarithromycin oder Roxithromycin bewährt, alternativ auch Cotrimoxazol. Cephalosporine sind dagegen laut RKI ebenso wie die Oral-Penicilline in dieser Indikation unwirksam.


Eine antibiotische Therapie dient dem RKI zufolge bei Keuchhusten in erster Linie dazu, die Infektionskette zu unterbrechen. Dauer und Heftigkeit der Hustenattacken beeinflusse sie dagegen häufig nicht wesentlich, da sie in der Regel nicht früh genug eingesetzt werde. (am)


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Pertussis bei Erwachsenen wieder häufiger, PZ 31/2012

 

20.08.2013 l PZ

Foto: Fotolia/JPC-PROD