Bahr will Private Krankenversicherung für alle öffnen |

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will allen Bürgern Wahlfreiheit zwischen einer privaten und einer gesetzlichen Krankenversicherung eröffnen. «Ich möchte, dass alle Menschen selbst entscheiden können, wie und wo sie sich versichern wollen. Das ist meine Vision. Notwendig ist, dass jeder die Grundleistung versichert hat», sagte der Minister der «Rhein-Zeitung».
In der Konsequenz würde dieser Vorschlag bedeuten, dass die Versicherungspflichtgrenze kippen würde. Derzeit dürfen sich nur Bürger mit einem Bruttojahreseinkommen von mindestens 52.200 Euro privat krankenversichern. Außerdem sollen nach Bahrs Vorstellungen künftig alle Versicherten eine Rechnung von ihrem Arzt bekommen. Bislang ist dies nur in der privaten Krankenversicherung Pflicht. Gesetzlich Versicherte haben allerdings auch heute schon das Recht, sich eine solche Rechnung ausstellen zu lassen.
Christian Zahn, Vorsitzender des Verbandes der Ersatzkassen, kritisierte Bahrs Vorstoß. Eine freie Wahl zwischen GKV und PKV würde der Gesetzlichen Krankenversicherung Zahn zufolge die Finanzierungsbasis entziehen. Diese beruhe schließlich auf einem «Ausgleich zwischen einkommensstarken und einkommensschwachen Mitgliedern». Das Solidarprinzip in der GKV würde durch Bahrs Vorschlag ausgehöhlt, auch stünde damit die Familienversicherung vor dem Aus, so Zahn. «Das kann nicht der richtige Weg sein.»
27.08.2013 l PZ/dpa
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