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Antibiotika für Tiere: Erstmals harte Zahlen

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1706 Tonnen Antibiotika sind in Deutschland im Jahr 2011 zur Behandlung von Tieren verwendet worden. Das geht aus einer Auswertung der in diesem Jahr erstmals erhobenen Abgabemengen an Tierärzte hervor, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vorlegt hat. Das Gros waren Tetracycline und Aminopenicilline, die zusammen fast zwei Drittel der eingesetzten Menge ausmachten. Kritisch einzustufende Antibiotika wie Fluorchinolone und Cephalosporine der dritten und vierten Generation seien dagegen eher selten zum Einsatz gekommen, so das BVL in einer Pressemitteilung. Laut Auswertung wurden 8 Tonnen Fluorchinolone und 3,5 Tonnen neuere Cephalosporine verbraucht.

 

Regionaler Spitzenreiter der Antibiotika-Verbrauchsstatistik ist das Postleitzahlengebiet 49, in dem Teile von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen liegen. Hier wurden allein mehr als 500 Tonnen antimikrobieller Arzneistoffe eingesetzt. Das BVL spricht von einer «Region höherer Nutzungsintensität», Grüne Europapolitiker laut Nachrichtenagentur dpa von «Hochburgen der Massentierhaltung» etwa bei Osnabrück und Vechta.

 

Insgesamt werden laut dieser Statistik in der Veterinärmedizin sehr viel mehr Antibiotika eingesetzt als bislang angenommen. Das zeichnete sich bereits im vergangenen Jahr ab, als erste Zahlen der Erhebung bekannt wurden. Das Bundeslandwirtschaftsministerium räumte daraufhin ein, dass man den geschätzten Verbrauch von etwa 780 Tonnen jährlich wohl deutlich werde nach oben korrigieren müssen. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) plädierte laut dpa jetzt erneut für eine Reduktion der eingesetzten Antibiotika-Menge. Sie verwies auf ein gerade verabschiedetes Gesetzespaket, das strengere Auflagen und schärfere Kontrollen in landwirtschaftlichen Betrieben vorsieht. (am)

 

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Tiermedizin: Strengere Regeln für Antibiotika-Einsatz, PZ 10/2013

 

31.07.2013 l PZ

Foto: Fotolia/Isselée