Zecken: Regenreicher Frühling sorgt für Vermehrung |

Das FSME-Netzwerk Deutschland warnte heute in Nürnberg vor der wetterbedingten Vermehrung von Zecken. «Die Gebiete mit Zecken, die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen, weiten sich aus», so Ralph Brodel vom FSME-Netzwerk.
Etwa in jeder zwanzigsten Zecke steckten Viren für FSME. Betroffen ist vor allem Süddeutschland. FSME kann zu Hirnhautentzündungen und dauerhaften Lähmungen führen. In Deutschland gab es im vergangenen Jahr 195 Fälle von gemeldeten Gehirnentzündungen durch Zecken.
Ein Indiz, das auf eine FSME-Infektion hinweist, gibt es nicht. Bei 30 bis 40 Prozent verläuft die Infektion sehr diffus, mit Fieber, Schwitzen, Abgeschlagenheit, Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen, manchmal auch Magen-Darm- und Atemwegsproblemen. Während die Erkrankung meist wieder ausheilt, trifft es etwa 10 Prozent härter: Plötzlich ansteigendes, hohes Fieber, Nackensteife und starke Kopfschmerzen können sich bis zu Hirnhaut- und Gehirnentzündungen auswachsen. Befallen die Viren das Rückenmark, können Lähmungen bleiben. Ist das Gehirn betroffen, verläuft die Infektion in 1 bis 2 Prozent tödlich.
Da sich die FSME-Erreger in den Speicheldrüsen der infizierten Zecke befinden, wechseln sie sofort nach dem Einstich ihren Wirt. Eine rasche Entfernung des Parasiten kann eine mögliche Übertragung von FSME-Viren daher nicht verhindern. Anders die Situation bei Borrelien, die nicht nur überwiegend auf Zecken in Süddeutschland, sondern gleichmäßig in ganz Deutschland verteilt vorkommen. Borreliose ist die häufigste von Zecken übertragene Krankheit, die durch rechtzeitiges Entfernen der Zecke verhindert werden kann. Anders als bei FSME gibt es gegen Borreliose keine Schutzimpfung. (ke)
20.06.2013 l PZ
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