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Lepra: Bakterien-Genom komplett analysiert

 

Lepra-Bakterien haben sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Das berichtet ein Forscherteam um den Tübinger Evolutionsgenetiker Johannes Krause im Journal «Sciencexpress». Die erstmals vollständige Analyse des Erbguts des Lepra-Erregers (Mycobacterium leprae) von mittelalterlichen Skeletten brachte sie zudem dem Ursprung der Krankheit näher: Viele der Bakterien gehen auf einen gemeinsamen Vorfahren von vor 4000 Jahren zurück. Zudem fanden die Forscher heraus, dass die DNA von Bakterien selbst unter ungünstigen Umweltbedingungen viel länger erhalten bleibe als die von Säugetieren. «Damit sollte es möglich sein, die Krankheit bis in ihre prähistorischen Ursprünge zurückzuverfolgen. Das kann auch für die Medizin relevant sein», so Krause. Das Wissen, wie schnell Bakterien mutieren, könne dabei helfen, abzuschätzen, wie schnell sie etwa resistent gegen neue Antibiotika werden.

 

Lepra ist eine Bakterieninfektion der Haut und des Nervensystems, die mit den entsprechenden Medikamenten heilbar ist. In Europa ist die Lepra längst ausgerottet, in Deutschland bereits seit den 1920er-Jahren. Global gesehen ist die Lepra jedoch noch nicht besiegt, da viele Menschen keinen Zugang zu wirksamen Medikamenten haben. Vor allem in Teilen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas leben bis zu vier Millionen Menschen mit leprabedingten Verstümmelungen. Rund 200.000 Neuerkrankungen werden jährlich registriert. (ke)

 

14.06.2013 l PZ

Foto: Fotolia/Pepe