Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Hochwasser: Thüringer Verband plant Spendenaktion

 

Der Landesapothekerverband Thüringen (LAV) plant eine Spendensammlung für vom Hochwasser betroffene Apotheken. So sollen sämtliche Einnahmen durch den morgen beginnenden Thüringer Apothekertag notleidenden Apotheken in Hochwassergebieten zugutekommen, sagte der Verbandsvorsitzende Stefan Fink. Er rechnet mit einer Summe von rund 10.000 Euro. Auch wolle man auf dem Apothekertag alle Anwesenden zu weiteren Spenden aufrufen.


Fink rechnet damit, dass auch andere Kammern und Verbände ähnliche Aufrufe starten. Wer die Organisation der Spenden übernehme, stehe noch nicht fest, vermutlich werde die Aktion aber über einen Hilfsverein für Apotheker laufen. Auch der Großhandel habe bereits Spenden angekündigt, so Fink.


In Thüringen seien insgesamt zehn Apotheken von Zerstörungen durch das Hochwasser betroffen, erklärte der LAV-Vorsitzende. Aber auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern sei das Wasser in viele Apotheken gestiegen. «Wir sammeln für die betroffenen Apotheken aller Bundesländer», stellte Fink klar.


Viele Apotheker, deren Offizinen überflutet wurden, können die entstandenen Schäden erst nach und nach abschätzen. «Wir konnten Arzneimittel und Technik rechtzeitig retten, aber die gesamte Einrichtung, Möbel und Teppiche sind zerstört», erzählte Evelin Pester, Besitzerin der Rosen-Apotheke in Greiz, der Pharmazeutischen Zeitung. Am Sonntag habe das Wasser in ihrer Apotheke hüfthoch bis knapp unter den HV-Tisch gestanden. Inzwischen sei es wieder abgeflossen, nun seien Apothekenmitarbeiter, Freunde und Bekannte mit den Aufräumarbeiten beschäftigt.


«Einen meiner Greizer Kollegen hat es noch schlimmer getroffen, er konnte wohl seine technische Ausrüstung nicht retten», sagte Pester. Die eigene Offizin so zerstört zu sehen, sei zwar traurig. «Aber die viele Hilfe durch Freunde, Bekannte und sogar die Ärzte nahegelegener Praxen hat mich sehr gerührt», sagte Pelzer. Gemeinsam habe man Sonntagnacht die schweren Ziehschränke mit Arzneien in obere Stockwerke getragen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (beide CDU) hätten inzwischen in ihrer Offizin vorbeigeschaut. Trotz des großen Schadens will Evelin Pester die Rosen-Apotheke am Montag wieder öffnen: vorerst eben mit zerstörter Einrichtung. (ah)


Lesen Sie dazu auch
Apotheken schließen wegen Hochwasser, Meldung vom 04.06.2013

 

06.06.2013 l PZ

Foto: Fotolia/M. Klawitter