Heilpflanzen: Symphytum-Sorte ohne Pyrrolizidine |

Eine Pyrrolizidinalkaloid-freie Beinwell-Sorte, die in Kultur angebaut wird, liefert den Rohstoff für die Herstellung eines arzneilich verwendeten Frischpflanzenextrakts. Dies berichtete Professor Dr. Maximilian Weigend, Direktor der Botanischen Gärten der Universität Bonn, bei einer Pressekonferenz von Komitee Forschung Naturmedizin (KFN) in München. Die Hybride Symphytum x uplandicum (aus Symphytum officinale und S. asperum) produziere kaum oder keine Pyrrolizidin-Alkaloide, enthalte jedoch die gewünschten Inhaltsstoffe wie Allantoin (Leitsubstanz) sowie Cholin und Rosmarinsäure in einem komplexen Stoffgemisch.
Diese Form wurde 2008 unter Sortenschutz gestellt, berichtete der Botanikprofessor. Damit sich keine Beinwell-Wildformen einkreuzen, wird die Sorte nur über Stecklinge, also vegetativ vermehrt. Sie wird laut Weigend vor allem in Süddeutschland angebaut. Die Selektion von solchen «Hochleistungssorten» sei nur möglich, wenn natürliche Arten einer Heilpflanze eine starke Variabilität ihres Inhaltsstoffspektrums aufweisen und die gewünschten Wirk- und Leitsubstanzen bekannt sind. Die meisten Heilpflanzen seien in artgerechter Kultur deutlich weniger anfällig für Krankheiten als Nahrungspflanzen. (bmg)
14.06.2013 l PZ
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