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Myokardszintigrafie: 5 Jahre keinen Herzinfarkt – garantiert

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Mithilfe einer ambulanten nuklearmedizinischen Untersuchung können Mediziner eine Aussage treffen, ob bei Patienten mit unklaren Herzbe­schwerden ein Herzinfarktrisiko besteht oder nicht. Wie der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner (BDN) in einer Pressemitteilung sagt, ist die Gefahr eines Herzinfarktes mit 99-prozentiger Sicherheit für mindestens fünf Jahre ausgeschlossen, wenn bei der Myokardszintigrafie keine Durchblutungsstörung des Herzens nachweisbar ist. Das ließ sich in einer Studie an der Universität Kopenhagen belegen.

 

Eine zweite Studie aus den Niederlanden geht sogar noch weiter. Ihr zufolge ist das Risiko, in den nächsten 15 Jahren nach einem unauffälligen Myokardszintigrafie-Befund an einem Herzinfarkt zu sterben gegenüber der Normalbevölkerung nicht wesentlich erhöht. Es gibt jedoch Ausnahmen von dieser Regel. «Dazu zählen Patienten, die bereits wegen einer koronaren Herzkrankheit in Behandlung waren», so Privatdozent Dr. Detlef Moka vom BDN. Auch bei Menschen über 75 Jahren sei das Risiko leicht erhöht, selbst wenn die Myokardszintigrafie eine normale Durchblutung anzeigt. Möglicherweise sind auch Diabetiker stärker gefährdet.

 

Bei der Myokardszintigrafie injizieren Ärzte dem Patienten nach einem Belastungstest auf dem Ergometer ein Radiopharmakon in die Vene. Der Herzmuskel speichert das Mittel vorübergehend, was sich mit einer sogenannten Gammakamera verfolgen lässt. Die Bilder zeigen, ob alle Bereiche des Herzmuskels ausreichend mit Blut versorgt werden. «Mangelhafte Durchblutung weist auf verengte Herzkranzgefäße und auf ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt hin», so Moka. In diesem Fall kann eine Herzkatheter-Untersuchung im Krankenhaus sinnvoll sein. Die Myokardszintigrafie führen Nuklearmediziner dagegen ambulant in der Praxis durch. Es handelt sich dabei um eine Kassenleistung. Die Strahlenbelastung bei der Myokardszintigrafie ist dem BDN zufolge vergleichsweise gering, sie entspricht einer CT-Untersuchung des Oberkörpers. Das radioaktive Kontrastmittel scheidet der Körper nach wenigen Stunden mit dem Urin und dem Stuhl wieder aus.

 

Festzuhalten bleibt auch, dass die Aussagekraft der Myokardszintigrafie höher ist als die einer Computer- oder Magnetresonanztomografie des Herzens, so Moka. In den USA sei dieses Verfahren seit vielen Jahren weitaus gebräuchlicher als in Deutschland. (ss)

 

24.05.2013 l PZ

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