Italien: Apotheken kaputt gespart |

Ein düsteres Bild von der Lage der Apotheken in Italien zeichnete Dr. Maximin Liebl, Präsident der Apothekerkammer der Provinz Bozen, in seinem Grußwort zur Eröffnung des 51. Pharmacon in Meran. Die Regierung Monti habe das Land ruiniert und die Wirtschaft abgewürgt. Der Umsatz in öffentlichen Apotheken sei deutlich gesunken. «Neue innovative Arzneimittel sehen wir gar nicht mehr in unseren Apotheken, denn die werden direkt in den Krankenhäusern an die Patienten abgegeben.» Liebl berichtete von einem Umsatzrückgang um etwa 15 Prozent. Der Wert eines Rezepts habe sich seit 2006 in etwa halbiert – bei gleichem Arbeitsaufwand. Zudem hätten die Menschen immer weniger Geld für ihren persönlichen Bedarf, auch für Arzneimittel.
Es komme zunehmend zu Apothekenschließungen, sagte der Südtiroler Apotheker. In diesem Jahr seien bereits etwa 100 Betriebe in Italien geschlossen worden, andere seien hoch verschuldet. Apotheker seien arbeitslos geworden. Die Regierung habe zwar eine Erhöhung der Apothekenzahl vorgesehen, doch «wovon sollen diese leben?», fragte Liebl, der derzeit auch Präsident des Zusammenschlusses der Apotheker in Europa ist.
Ein neues Vergütungssystem mit Honoraranpassung für Apotheker sei letztes Jahr zwar beschlossen, dann aber aus Finanzgründen blockiert worden. Er hoffe auf eine neue Regierung, die den Apothekern eher gewogen ist. «Sonst sieht es schlecht aus für die Apotheken in Italien.» (bmg)
27.05.2013 l PZ
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