Migräne: Stromimpulse reduzieren Attacken |

Patienten mit chronischer Migräne könnte eine Behandlung mit Stromimpulsen an der Stirn helfen. In einer kleinen Studie reduzierte eine transkutane elektrische Stimulierung der Trigeminusnerven die Zahl der Kopfschmerzattacken. Dies berichten belgische Forscher unter der Leitung von Jean Schoenen von der Universität Lüttich im Fachjournal «Neurology».
In der randomisierten, placebokontrollierten Untersuchung wurden 67 Migränepatienten auf zwei Arme aufgeteilt: Bei einer Gruppe wurde jeden Tag für 20 Minuten durch auf die Stirn aufgeklebte Elektroden der supraorbitale Nerv stimuliert. Eine zweite Gruppe wurde mit Elektroden ausgestattet, die aber keine elektrischen Impulse abgaben, und somit als Kontrolle fungierte. Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) senkte die Zahl der Tage mit Attacken von 6,9 auf 4,8 pro Monat. In der Kontrollgruppe sank die Zahl der Tage mit Kopfschmerzen nicht. Der Effekt von TENS sei vergleichbar mit dem von Medikamenten, die zur Prophylaxe von Attacken eingesetzt werden, erklärt Schoenen in einer Pressemitteilung. Die Behandlung habe zudem den Vorteil, dass sie keine Nebenwirkungen zeige, so der Mediziner. Die Sicherheit und Wirksamkeit der Methode muss aber noch in größeren Studien mit höheren Patientenzahlen bewiesen werden, bevor sie Eingang in die Praxis findet. (ch)
doi: 10.1212/WNL.0b013e3182825055
08.02.2013 l PZ
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