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Wegfall der Praxisgebühr: Kein Einfluss auf Arztbesuche

 

Die Praxisgebühr ist Vergangenheit, dennoch planen die meisten Deutschen nicht, häufiger zum Arzt zu gehen. Dies ergab eine Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der DAK-Gesundheit. Demnach gaben 97 Prozent der Befragten an, das Ende der Zuzahlung habe keinen Einfluss darauf, wie häufig sie ihren Arzt aufsuchten. Insbesondere ältere Menschen machten diese Aussage: Nur 1 Prozent der über 60-Jährigen beabsichtigt demnach, nun öfter als zuvor zum Arzt zu gehen. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 6 Prozent.

 

Diese Ergebnisse zeigten, «dass die Praxisgebühr, anders als von der Politik geplant, keine steuernde Wirkung bei Arztbesuchen entfaltet hat», sagte DAK-Sprecher Jörg Bodanowitz. «Sie war letztlich nur ein reines Finanzierungswerkzeug im Gesundheitssystem».

 

Auch hätte die Befragung ergeben, dass die Deutschen seltener zum Arzt gehen als bislang angenommen, teilte die DAK mit. Politiker und Experten würden zwar immer wieder Studien anführen, laut denen jeder Deutsche durchschnittlich 18 Mal im Jahr einen Arzt konsultiere, so die DAK. In der aktuellen Befragung hätten jedoch nur 7 Prozent der Teilnehmer ausgesagt, im vergangenen Jahr öfter als 15 Mal Haus- oder Facharzt aufgesucht zu haben. 57 Prozent hätten dagegen mitgeteilt, 2012 nur zwischen ein- und fünfmal beim Arzt gewesen zu sein. Weitere 7 Prozent hätten überhaupt keinen Arzt besucht.

 

Neu ist diese Vermutung nicht, ähnliche Ergebnisse hatte eine Untersuchung des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI) bereits im vergangenen März ergeben. Die Hälfte aller Arztbesuche in Deutschland entfalle auf nur 16 Prozent der Patienten, so das ZI damals. Diese chronisch kranken oder pflegebedürftigen Patienten verfälschten die Statistik. (ah)

 

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02.01.2013 l PZ

Foto: Fotolia/Mitchell