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Novartis: Lieferengpass bei Encepur

 

Der Impfstoffhersteller Novartis Vaccines hat erneut Probleme bei der Lieferung eines Impfstoffs bekannt gegeben. Diesmal geht es um das Mittel Encepur, ein Impfstoff zur aktiven Immunisierung gegen die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoen­zephalitis (FSME).

 

Bereits im November habe man festgestellt, dass sich die Impfstoffproduktion am Produktionsstandort Marburg verzögert, erklärte Novartis-Vaccines-Sprecher Volker Husslein der Pharmazeutischen Zeitung. Grund sei die geringe Ausbeute an FSME-Viren aus Zellkulturen, die für die Herstellung des Impfstoffs benötigt werden. «Die Herstellung von Impfstoffen ist ein komplexer biologischer Prozess. Dabei kann es immer wieder zu nicht vorhersehbaren Schwankungen kommen», sagte Husslein. Diesmal fielen durch die unerwartet geringe Virenausbeute komplette Produktionschargen aus.

 

Betroffen seien vor allem Regionen in Nord- und Südbaden, da Krankenkassen hier exklusive Lieferverträge mit Novartis Vaccines geschlossen hätten, so Husslein weiter. Da der Hersteller Encepur jedoch europaweit ausliefert, habe die Verzögerung «auch bundes- bzw. EU-weite Auswirkungen».

 

Das Unternehmen habe direkt nach Bekanntwerden des Ausfalls «umgehend die zuständigen Behörden und Krankenkassen informiert», teilte Husslein mit. Noch im vergangenen Herbst war Novartis wegen seiner zögerlichen Informationspolitik kritisiert worden. Damals war es in vielen Bundesländern zu Engpässen bei der Lieferung von Grippevakzinen gekommen, da Novartis als Exklusivhersteller die Impfstoffe über einen längeren Zeitraum nicht liefern konnte. In Deutschland ist neben Encepur nur das Mittel FSME-Immun des Herstellers Baxter als FSME-Impfstoff zugelassen. (ah)

 

07.01.2013 l PZ

Foto: Fotolia/Maria.P.