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CRPS: Heiße Hand nach Knochenbruch

 

Das komplex-regionale Schmerzsyndrom (CRPS) ist eine mögliche Folgeerkrankung nach einer Verletzung an den Extremitäten, zum Beispiel nach einem Knochenbruch oder der Schädigung eines Nervs. Wie die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) in einer Pressemitteilung informiert, bleibt ein CRPS aber häufig unerkannt. Die Symptome können der Fachgesellschaft zufolge sehr unterschiedlich sein. Typisch seien Schmerzen, die der Arzt durch die eigentliche Verletzung nicht erklären kann und die sich über den ursprünglichen Verletzungsort hinaus ausbreiten. «Etwa drei Viertel aller CRPS-Patienten beschreiben einen permanenten Schmerz, der brennt, zieht oder sticht», sagt Professor Dr. Frank Birklein von der DGKN. Häufig träten Schwellungen auf, sowie übermäßiges Schwitzen, Änderungen der Hauttemperatur und -farbe, Bewegungseinschränkungen und Muskelschwund. Ferner wachsen bei einigen Betroffenen Haare, Finger- oder Fußnägel an den betroffenen Stellen unnormal stark.

 

Warum sich ein CRPS bildet, ist nicht vollständig geklärt. «Ein wesentlicher Faktor ist die gestörte Rückbildung der ursprünglichen, traumabedingten Entzündung», so Birklein. Wie beim Phantomschmerz komme es zu Veränderungen in der Großhirnrinde, was die Ausbreitung der Schmerzen erklärt.

 

So unklar die Ursachen, so schwierig sind Diagnose und Behandlung. Um ein CRPS zu erkennen, fordern Neurophysiologen, mehr als nur die Diagnosekriterien der «International Association for the Study of Pain» anzuwenden. «Wichtig ist, andere Ursachen, die vergleichbare Symptome hervorrufen können, auszuschließen», so Birklein. Zudem warnt er, dass die Symptome oft falsch interpretiert oder nicht ernst genommen werden. «Um bleibende Einschränkungen zu vermeiden, müssen Betroffene möglichst früh therapiert werden.» Zu empfehlen sei ein multidisziplinärer Ansatz aus Physiotherapie, Medikamenten und eventuell Psychotherapie. (ss)

 

09.01.2013 l PZ

Foto: Fotolia/KonArt