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PDE-5-Hemmer Tadalafil: Nicht nur Potenzmittel

 

Der Phosphodiesterase-5-Hemmer Tadalafil (Cialis®) hat eine Indikationserweiterung erhalten. Die 5-mg-Filmtabletten dürfen nun nicht nur bei erektiler Dysfunktion (ED), sondern auch zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms (BPS) oder beim gleichzeitigen Auftreten beider Erkrankungen zum Einsatz kommen. Die Leitlinien der European Association of Urology empfehlen bei ED den First-line-Einsatz von PDE-5-Hemmern. Bei BPS-Syndromen wurden bislang vor allem α-Blocker, aber auch 5-α-Reduktase-Inhibitoren eingesetzt. Wie Hersteller Lilly Pharma meldet, steht durch die Indikationserweiterung erstmals eine gemeinsame Behandlungsoption für ED und BPS zur Verfügung. Laut Fachinformation wird erwachsenen Männern mit ED und BPS eine Konstanztherapie mit täglich 5 mg Tadalafil empfohlen. Aufgrund der langen Halbwertszeit dieses PDE-5-Hemmers von 17,5 Stunden spielt der Einnahmezeitpunkt dabei keine Rolle, allerdings sollten die Tabletten immer zur gleichen Tageszeit eingenommen werden.

 

Lilly weist darauf hin, dass in Deutschland jeder fünfte Mann über 40 im Laufe seines Lebens an einer ED erkrankt. In vielen Fällen kommen noch weitere Erkrankungen hinzu. Zu den häufigsten Co-Morbiditäten von ED zählt das BPS. Es werden verschiedene Ansätze diskutiert, weshalb Männer mit ED häufig auch unter BPS leiden. Neben einer veränderten Stickstoffmonoxid-cGMP-Signalkaskade kommen eine verstärkte Signalübertragung der RHO-1-Kinase, eine autonome Hyperaktivität, die zu einer Dysregulation des Sympathikus und Parasympathikus führen kann, sowie eine Arteriosklerose des Gefäßsystems im Beckenbereich in Betracht. All diese Mechanismen können auf das urogenitale Gewebe einwirken und tragen potenziell zur Entstehung von ED und BPS bei.

Anders als bei ED ist der genaue Wirkmechanismus von Tadalafil bei BPS bisher noch nicht restlos geklärt. (ss)

 

11.12.2012 l PZ

Foto: ABDA