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Blume des Jahres: Das Leberblümchen

 

Das Leberblümchen (Hepatica nobilis) ist die «Blume des Jahres 2013». Mit diesem Titel, den Loki Schmidt (1919-2010) einst ins Leben gerufen hatte, kürte die Stiftung Naturschutz Hamburg am Dienstag diese geschützte Pflanzenart. Das Leberblümchen aus der Familie der Hahnfuchsgewächse (Ranunculaceae) kommt in der Krautschicht alter Buchen- und Eichenwälder vor. In vielen Bundesländern steht es auf der Roten Liste und darf weder gepflückt noch ausgegraben werden. Es stelle hohe Ansprüche an den Boden und breite sich nur langsam aus, erklärte die Stiftung in einer Mitteilung.

 

Weil die Samen des Leberblümchens von Ameisen verbreitet werden, breite es sich nur langsam aus. «Deshalb ist es fast nur an Orten zu finden, wo schon lange, meist mehr als 100 Jahre, Wald wächst», betonten die Naturschützer. Solche alten Waldstandorte seien nicht so häufig. In seinem Verbreitungsgebiet gebe es große Lücken. In Deutschland etwa komme es im Tiefland nur östlich der Weser, im Alpenvorland und in den Alpen bis 1500 Meter vor.

 

Das zwischen 5 und 15 Zentimeter hoch wachsende Leberblümchen, das zwischen März und April für nur eine Woche blüht, erhielt seinen deutschen Namen aufgrund der Blattform: in drei Lappen geteilt erinnert diese im Umriss an die menschliche Leber. «Wegen seiner sternförmigen, blauen Blüten wird die Pflanze auch als Blaublume bezeichnet», berichteten die Naturschützer. «Mancherorts wird sie, ihrer frühen Blütezeit wegen, auch Vorwitzchen genannt und weil die Blüten vor den Blättern erscheinen, nennt man sie auch Dochder vor de Moder (Tochter vor der Mutter).»

 

Die mehrjährig, ausdauernde Pflanze, deren einzelne Blütezeit im Frühjahr nicht länger als etwa eine Woche dauert, war in der Biedermeierzeit weit verbreitet und wurde in Klöstern, Gärtnereien und großen Bauerngärten angepflanzt. Da die Kultur des Leberblümchens im Garten aber nicht ganz einfach sei, finde man es dort kaum noch, erklärten die Naturschützer: «Das Leberblümchen wird leider nur in wenigen Raritätengärtnereien angeboten, dort erhält man auch großblütige Arten und zahlreiche Farbvarianten.»

 

«Im Mittelalter fand das Leberblümchen aufgrund der Form seiner leberartigen Blätter vor allem Anwendung bei Erkrankungen der Leber und der Galle», hieß es. «Heute kommt es noch in homöopathischen Dosen bei Lebererkrankungen, Katarrhen und Bronchitis zum Einsatz.»

 

16.10.2012 l PZ/dpa

Foto: Fotolia/angelica8