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Corticoide: Nicht effektiv bei akuter Rhinosinusitis

 

Bei Entzündungen der Nasenschleimhaut und Nasennebenhöhlen taugt eine systemische Corticosteroid-Behandlung nicht mehr als Placebo. Das zeigt eine Studie niederländischer Forscher.

 

In einer kontrollierten, doppelblinden Studie bekamen 174 Patienten mit akuter Rhinosinusitis infolge einer Erkältung eine Woche lang entweder Prednisolon-Tabletten (einmal 30 mg pro Tag) oder Placebo. Ziel war es, die Symptome wie Kopfschmerzen und Druck durch die Schleimhautschwellung zu lindern. Das gelang bei 55 der 88 Patienten in der Prednisolon-Gruppe (62,5 Prozent), aber auch bei 48 von 86 (55,8 Prozent) in der Placebo-Gruppe. Der Unterschied war weder klinisch noch statistisch signifikant, schreibt das Team um Dr. Roderick Venekamp von der Universität Utrecht in der Fachzeitschrift «Canadian Medical Association Journal». Immerhin traten keine Nebenwirkungen auf, sodass die kurzfristige Anwendung als sicher gilt.

 

Die Wissenschaftler stufen damit eine breite Anwendung als nicht gerechtfertigt ein. Andere Studien müssten zeigen, ob bestimmte Subgruppen von Corticoid-Nasensprays oder -Tabletten profitieren könnten. Auch die nasale Wirksamkeit von Corticoiden bei akuter Rhinosinusitis gilt als nicht belegt. (db)

 

doi: 10.1503/cmaj.120430

 

09.08.2012 l PZ

Foto: DAK