Triptan und SSRI: Wechselwirkung möglich, aber selten |

Das Risiko eines sogenannten Serotonin-Syndroms bei gleichzeitiger Einnahme von Triptanen und Antidepressiva ist sehr gering. So lautet zumindest die Einschätzung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). Die Gesellschaft weist darauf hin, dass die Kombination eines Triptans mit einem Antidepressivum aus der Klasse der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) oder Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmern (SNRI) theoretisch zum sogenannten Serotonin-Syndrom führen kann. In der Literatur würden jedoch nur einige wenige Einzelfälle beschrieben, bei denen dies tatsächlich eintrat.
Die DMKG rät, dass sich die Auswahl eines Triptans grundsätzlich auch nach der Begleitmedikation und der Verstoffwechselung richten sollte. Wegen der unterschiedlichen Metabolisierung der Triptane dürfte das Risiko der Entwicklung eines Serotonins-Syndroms unter Eletriptan, Naratriptan und Frovatriptan bei gleichzeitiger SSRI oder SNRI am geringsten sein, so die DMKG. Grundsätzlich sollten Patienten, die gleichzeitig Triptane und Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI oder SNRI einnehmen, besonders sorgfältig ärztlich begleitet werden.
Liegt ein Serotonin-Syndrom vor, so äußert sich dieses zum Beispiel in autonom-vegetativen Symptomen wie Puls- und Blutdruckanstieg, Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen, Pupillenerweiterung oder durch zentralnervöse Symptomen wie Unruhe, Koordinationsstörungen, Halluzinationen. Auch neuromuskuläre Störungen wie Tremor und gesteigerte Reflexe bis hin zu Muskelkrämpfen können auftreten. Ist auch die Atemmuskulatur betroffen, so kann das Serotonin-Syndrom lebensbedrohlich sein. (ss)
25.06.2012 l PZ
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