Stammzell-Transplantation: Von Zebrafischen lernen |

Ein bestimmter Omega-6-Fettsäure-Metabolit könnte dazu beitragen, die Behandlung mit Stammzellen zu optimieren. Darauf weist die Goethe-Universität, Frankfurt am Main, in einer Pressemitteilung hin. Die Transplantation von Stammzellen aus dem Knochenmark ist eine im klinischen Alltag etablierte Therapie. Oftmals sind aber nicht genügend Stammzellen für eine erfolgreiche Therapie vorhanden. Ein Ausweg besteht darin, die Stammzellen des Spenders in einer Zellkultur zu vermehren, bevor sie dem Empfänger transplantiert werden. Wissenschaftler der Universität Frankfurt am Main haben nun gemeinsam mit Kollegen des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim und der University of California in Davis herausgefunden, dass vor allem ein Omega-6 Fettsäure-Metabolit, der sich von der Linolsäure ableitet, das Wachstum von blutbildenden Stammzellen fördert.
Linolsäure muss als essenzielle Fettsäure mit der Nahrung aufgenommen werden. Die biologische Relevanz des identifizierten Metaboliten als Signalmolekül war bisher wenig untersucht. Er ist ein Produkt der löslichen Epoxidhydrolase, eines Enzyms, das evolutionär über die verschiedensten Spezies konserviert ist und sich unter anderem auch im Zebrafisch (Zebrabärbling) finden lässt. Wurde die Aktivität der löslichen Epoxidhydrolase in einem Zebrafischmodell gehemmt, war ein nahezu kompletter Verlust der blutbildenden Stammzellen die Folge. Durch erneute Zugabe des enzymatischen Produktes der Epoxidhydrolase wurden die blutbildenden Stammzellen dagegen wiederhergestellt.
Versuche in einem Maus-Transplantationsmodel stützten die zuvor gewonnenen Erkenntnisse aus dem Zebrafisch. Fehlte die lösliche Epoxidhydrolase, war die Transplantation der Knochenmarkszellen von Maus zu Maus weniger erfolgreich, während die Behandlung mit dem speziellen Omega-6-Fettsäure-Metaboliten in der Zellkultur wiederum das Ergebnis der Transplantation verbesserte. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten möglicherweise dazu beitragen, die Transplantation von Knochenmark zu verbessern. (ss)
20.06.2012 l PZ
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