Pharmazeutische Zeitung online

Listenpreise: Patienten können Medikamente vergleichen

Datenschutz bei der PZ

Endverbraucher können auf der Website der Deutschen Krankenversicherung (DKV) ab sofort die Listenpreise freiverkäuflicher und rezeptpflichtiger Medikamente einsehen. Dies gab die DKV in einer Pressemitteilung bekannt. Hierzu geben Internetnutzer den Handelsnamen eines Medikaments, einen Wirkstoff oder eine Pharmazentralnummer (PZN) in ein Suchfeld ein und bekommen entsprechende Produkte in unterschiedlichen Dosierungen und Darreichungsformen angezeigt. Beim Klick auf den Button «Zum Preisvergleich» erscheinen vergleichbare Arzneimittel von unterschiedlichen Herstellern – gestaffelt nach dem jeweiligen Listenpreis. Die Suche umfasst nach Auskunft der DKV mehr als 60.000 Produkte.

 

Das Angebot helfe den Nutzern, bei Selbstbeteiligungen ihr «Portemonnaie zu schonen», heißt es in der Pressemitteilung. Silke Lautenschläger, DKV-Vorstandsmitglied, sprach von einer «sinnvollen Orientierung». Tatsächlich ist die Datenbank für den Laien nicht durchgängig leicht zu bedienen. Gibt er etwa den ihm bekannten Handelsnamen eines Medikaments ein, bekommt er alle Produkte unter diesem Namen angezeigt. Die Wahl zwischen «Filmtabletten» und «Retardkapseln» könnte ihm jedoch schwer fallen, zumal die Begriffe nicht erläutert werden. Sucht er dagegen nach einem Wirkstoff, erhält er eine Auflistung aller Präparate, die diesen enthalten, darunter  sämtliche Arzneiformen und Kombinationen mit anderen Wirkstoffen. Auch hier bleibt es dem Laien überlassen, die gewünschte Kombination und Dosierung auszuwählen. «Die Beratung durch den Arzt oder Apotheker kann der Arzneimittel-Preisvergleich der DKV nicht ersetzen», heißt es dazu von Lautenschläger.

 

Immerhin rät die DKV auf der Homepage unter «Fragen und Antworten» (FAQs) dazu, einen geplanten Wechsel des Präparats zunächst mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Weitere FAQs folgen, sind jedoch nicht durchgehend laienverständlich formuliert. Der wichtige Hinweis für den Verbraucher, dass alle angezeigten Preise bloße Listenpreise, also Empfehlungen des Herstellers, darstellen und das Medikament in der Apotheke günstiger oder teurer sein kann, ist leider der letzte Punkt in der FAQ-Liste. Den Apotheker direkt nach einer preisgünstigen Alternative zu fragen bleibt für den Patienten wohl die einfachere Lösung. (ah)

 

06.06.2012 l PZ

Foto: Fotolia/Tokarski