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Zink unterstützt Antibiotika-Therapie

 

Die Gabe von Zink zu einer antibiotischen Therapie senkt das Risiko des Therapieversagens bei schweren Infektionen. Das fanden indische Forscher um Professor Shinjini Bhatnagar in einer im Journal »Lancet« veröffentlichten Studie an Kleinkindern heraus. Die Säuglinge im Alter zwischen sieben und 120 Tagen wurden in drei Krankenhäusern in Neu-Delhi mit Antibiotika gegen ernste Infektionen wie Pneumonie, Sepsis oder Meningitis behandelt. 332 Kinder bekamen zusätzlich zur antibiotischen Therapie täglich 10 Milligramm Zink oral verabreicht. Die 323 Kinder der Vergleichsgruppe erhielten eine zusätzliche Placebo-Medikation. Primärer Endpunkt der Untersuchung war das Scheitern der antibiotischen Therapie. Als Scheitern war definiert, wenn nach sieben Tagen ein zweites Antibiotikum indiziert war, das Kind intensivmedizinisch betreut werden musste oder innerhalb von 21 Tagen verstarb.

 

Bei den Kindern, die additiv Zink erhielten, war das Risiko des Scheiterns der Antibiotika-Therapie um 40 Prozent geringer als in der Vergleichsgruppe. 55 von 323 Kindern der Placebogruppe konnten durch die Antibiotika-Gabe nicht geheilt werden, in der Zink-Gruppe waren es nur 34 von 332 Kindern. Auch das relative Risiko, an der Infektion zu versterben, verringerte sich durch die Zink-Gabe: Zehn Säuglinge, die Zink bekamen, verstarben, in der Vergleichsgruppe waren es 17. Dieses Ergebnis war jedoch statistisch nicht signifikant.

 

15 Kinder bei schweren Infektionen zusätzlich mit Zink zu behandeln, verhindere bereits eine fehlgeschlagene Therapie, so die Autoren. In vielen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen wird Zink als Sirup oder auflösbare Tabletten bereits als günstiges Mittel zur Behandlung von Diarrhöen eingesetzt. Ein additiver Einsatz bei Kindern mit schweren Infektionen verursache daher nur geringe zusätzliche Kosten. (va)

 

doi: 10.1016/S0140-6736(12)60477-2

 

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31.05.2012 l PZ

Foto: PZ/Biermann