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Mehr Unfälle nach Zeitumstellung

 

Wenn im Frühling und Herbst die Uhren umgestellt werden, kracht es häufiger auf britischen Straßen. Dies ergab eine Studie, die beim Europäischen Orthopädiekongress EFORT in Berlin präsentiert wurde. Im Frühjahr betrifft dies vor allem Motorradfahrer: In den vier Wochen nach dem Wechsel von der normalen Zeit auf Sommerzeit nimmt die Zahl der verletzten Biker um 42 Prozent zu. Im Herbst dagegen sind vor allem Fußgänger die Leidtragenden: Im Monat nach der Umstellung auf die normale Zeit steigt die Zahl der verunglückten Passanten um 30 Prozent.

 

Für die Studie wurde die Anzahl der Unfälle in jenen Stunden des Tages untersucht, in denen sich die Lichtverhältnisse aufgrund der Zeitumstellung ändern. Joseph Alsousou, Mitautor der Studie, kündigte an, die Ursachen für den Anstieg der Unfallraten noch detaillierter untersuchen zu wollen. So seien etwa die verminderte Sichtbarkeit in den Dämmerungsstunden, veränderte Straßennutzung durch ungewohnte Lichtverhältnisse oder Störungen der inneren Uhr als mögliche Auslöser denkbar. «Auf diesem Gebiet ist weitere Arbeit nötig, um die nötigen Informationen für Unfallverhütungsstrategien zu erarbeiten», sagte Alsousou.

 

Nicht berücksichtigt wurde in der Studie, wie sich der jahreszeitenbedingte Wechsel von Fortbewegungsmitteln auf die Zahlen auswirkt, also etwa wie stark sich die Zahl der Motorradfahrer im Frühjahr allein aufgrund des wärmeren Wetters erhöht. So stieg die Zahl der Bikerunfälle bei der Zeitumstellung im Herbst nicht an.

 

Auch der Deutsche Jagdschutzverband warnt regelmäßig vor Unfällen mit Wildtieren nach der Zeitumstellung im Herbst. Durch das Zurückstellen der Uhr um eine Stunde falle der Berufsverkehr einige Wochen lang wieder mehr in die Dämmerung. Das bedeute für Autofahrer und Tiere besondere Risiken.

 

25.05.2012 l dpa

Foto: Fotolia/Jürgen Fälchle