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Biologika: Sprühen statt spritzen

 

Ein Forscherkonsortium will Biotherapeutika entwickeln, die sich in Form von Sprays oder Tabletten verabreichen lassen. Zudem sollen diese Wirkstoffe eine bessere Bioverfügbarkeit erhalten. Bis dato müssen Arzneimittel, die sich aus biologischen Substanzen ableiten, meistens injiziert werden. Wie die Universität des Saarlands in einer Pressemitteilung ankündigt, will das interdisziplinäre Forschungsprojekt «PeTrA» dies nun ändern. PeTrA steht für «Plattform für effizienten epithelialen Transport für pharmazeutische Applikationen durch innovative partikuläre Trägersysteme». Das über drei Jahre angelegte Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

 

Am Projekt beteiligt sind auch Forscher des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) und der Universität des Saarlands. «Unser Ziel ist es, die empfindlichen Moleküle effektiv in geeignete Nanopartikel zu verpacken», erläutert Dr. Marc Schneider. Der Juniorprofessor für Pharmazeutische Nanotechnologie an der Universität des Saarlandes will mit seiner Arbeitsgruppe verschiedene Transporter entwickeln und untersuchen, wie sich Biopharmazeutika darin verpacken lassen. «Darüber hinaus testen wir auch die Freisetzung des Wirkstoffs und bauen die Nanopartikel zu größeren Einheiten zusammen, die gezielter in der Lunge deponiert werden können», erklärt Schneider. Deren Testung auf Toxizität und Effektivität übernehmen dann verschiedene Projektpartner. Einer davon ist die Abteilung «Wirkstofftransport» von Professor Dr. Claus-Michael Lehr am HIPS. «Wir erforschen im Rahmen des Projekts außerdem, ob sich oral eingenommene Biopharmazeutika als Impfstoffe eignen», erläutert Lehr. (ss)

 

14.02.2012 l PZ

Foto: Fotolia/Boyes